Das Bio-bibliographische Register zum Archiv der Franckeschen Stiftungen

Das Bio-bibliographische Register, das im Laufe mehrerer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Erschließungsprojekte im Archiv der Franckeschen Stiftungen erarbeitet wurde, enthält gegenwärtig nahezu 73.000 Namen. Aus diesem Bestand wurden zunächst 100 Personen ausgewählt, die für eine weitere Erschließung der Tagebücher August Hermann Franckes von besonderer Bedeutung sind. Es handelt sich dabei um Adlige des Regierungsstandes, Angehörige der Universität Halle, wichtige Mitarbeiter Franckes in den Glauchaschen Anstalten sowie Missionare und Mitarbeiter der Dänisch-Halleschen Mission. Sukzessive sollen im Projektverlauf alle Namenssätze integriert werden.
Dazu wurde ein Mindeststandard für die Erfassung von Personenangaben festgelegt, der sich an den „Regeln zur Erschließung von Nachlässen und Autographen, Berlin 1997 (RNA)“ sowie an der Gemeinsamen Normdatei (GND) der Deutschen Nationalbibliothek orientiert. Danach umfasst ein biografischer Eintrag mindestens:
  • den Personennamen in normierter Form (Vornamen können fehlen, falls sie nicht ermittelt werden konnten)
  • die Lebensdaten oder die Wirkungszeit
  • das Geschlecht
  • ggf. Angaben zum Aufenthaltsort und zur Tätigkeit
Eine ausführliche Biografie kann außerdem mehrere oder alle der folgenden Angaben enthalten:
  • Abweichende Namensformen
  • Geburtsname
  • Geburtsort
  • Sterbeort
  • Kurzbiografie mit weiteren Lebensdaten, Tätigkeiten, Wirkungsorten
  • Verwandtschaftsbeziehungen
  • zur Ermittlung biografischer Daten herangezogene Literatur oder Quellen einschließlich Internetquellen
  • Bemerkungen
  • GND-Nummer

Zur Geschichte des Projekts

Das Projekt zur Erstellung eines bio-bibliographische Registers, ursprünglich auf das Hauptarchiv der Franckeschen Stiftungen beschränkt, ging auf die Initiative des Kirchenhistorikers Kurt Aland (1915-1994) zurück. Als Professor für Kirchengeschichte an der Martin-Luther-Universität in Halle begann er nach seiner Aufnahme in die Sächsische Akademie der Wissenschaften in Leipzig 1955 damit, zu allen Verfassern einer Handschrift im Hauptarchiv biografische Daten zu sammeln. Seine Idee war es, auf diese Weise das personelle Umfeld des Halleschen Pietismus systematisch zu erschließen. Nachdem Aland die DDR verlassen hatte, wurde das Vorhaben in den darauf folgenden Jahrzehnten von wechselnden Bearbeitern fortgeführt.
Ende 1993 waren die Franckeschen Stiftungen in der Lage, das Projekt von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu übernehmen und in Halle fortzusetzen. In mehrjähriger Arbeit wurde die auf Karteikarten festgehaltene Informationsfülle in eine Datenbank überführt. Außerdem wurden die frühneuzeitlichen Standardwerke ebenso wie die Literatur der neueren Pietismusforschung systematisch auf weitere biografische Informationen befragt.
2000 erschien im Franz Steiner Verlag Stuttgart ein gedrucktes Personenregister zur Datenbank, das von Rolf Lieberwirth unter dem Titel "Biographisches Register zum Hauptarchiv der Franckeschen Stiftungen zu Halle (Saale)" herausgegeben wurde.
Seit 1995 wurden diese Daten durch die Aufnahme der biografischen Angaben von Personen, die mit den Handschriften anderer Archivabteilungen verbunden sind, erweitert.
 

Bitte um Mitarbeit

Die Angaben in den Biographien erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Kurzbiografien sind vielmehr als offenes Projekt zu verstehen, das durch Anregungen, Korrekturvorschläge und Ergänzungen fortgeführt und verbessert werden soll. Für entsprechende Hinweise sind wir dankbar. Bitte wenden Sie sich dazu an den Archivar Dr. Jürgen Gröschl: groeschl-Irgendwas-(at)francke-halle.de
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