8. Franckes Privatbibliothek

In einer Datenbank können Sie nach Titeln, die im 18. Jahrhundert in der Privatbibliothek August Hermann Franckes und seines Sohnes Gotthilf August Francke (1696-1769) vorhanden waren, recherchieren. Die Bibliothek wurde am 24.09.1770 in einer Auktion in Halle versteigert.

In einem einjährigen, vom Land Sachsen-Anhalt geförderten Projekt wurden die Titel dieser Privatbibliothek rekonstruiert und aufgrund der Nachweise in überregionalen Verbundsystemen nach den Regeln für die alphabetische Katalogisierung verzeichnet. Die Grundlage für die Rekonstruktion lieferte der von Reinhard Breymayer in der Universitätsbibliothek München unter der Signatur <8 H. lit. 232> aufgefundene Auktionskatalog von 1770; vgl. Reinhard Breymayer: Zum Schicksal der Privatbibliothek August Hermann Franckes. Über den wiedergefundenen Auktionskatalog der Privatbibliothek seines Sohnes Gotthilf August Francke. Ein Xenion zum I. Internationalen Kongreß für Pietismusforschung Halle (Saale), 28. August bis 1. September 2001. 3., verb. Aufl., Tübingen: Heck, 2002.

Im Auktionskatalog werden die Auktionslose in vier Kategorien unterteilt: Libri [theologici], Libri peregrini idiomatis, Rohe Sachen (ungebundene Bücher), Libri omissi (Nachträge); innerhalb dieser Kategorien wiederum nach Buchformaten (in der Reihenfolge 2°, 8°, 4°, 12°) und innerhalb der Formate nach laufender Nummer.
Lediglich 3,2% der Titel konnten nicht mehr rekonstruiert werden. Insgesamt kamen bei der Auktion 3.037 Lose zur Versteigerung. Die Zahl der in ihnen enthaltenen Einzelbände ist aber weit höher und beläuft sich auf nahezu 4.000 Bände. In diesen waren etwa 6.000 Buchtitel enthalten, mutmaßlich sogar an die 8.000 Titel. Insgesamt entfällt das Gros der rekonstruierbaren Titel mit 77% auf theologische Fachliteratur. Die übrigen Gebiete – Geschichte, Philologie, Medizin etc. – sind mit jeweils zehn, vier und zwei Prozent vertreten, weitere Disziplinen wie Jura, Rhetorik, Naturwissenschaften und schöne Literatur nehmen noch weniger Raum ein. Innerhalb der theologischen Fachliteratur nimmt der Anteil der theologischen Kommentare und Traktate mit zusammen 45% den höchsten Anteil ein, gefolgt von Erbauungsliteratur (17%), Streitschriften (13%) und Predigten (9%).
Literaturhinweis: Christoph Schmitt-Maaß: Die Privatbibliothek von August Hermann und Gotthilf August Francke. In: Pietismus und Neuzeit 40 (2014) S. 214-223.

Recherche

In der Titelanzeige ist an erster Stelle das Feld "Titelaufnahme aus dem Auktionskatalog" von 1770 aufgeführt, gefolgt von einem Feld "Sachgruppe im Auktionskatalog", das die genaue Fundstelle im Auktionskatalog mit Sachgruppe, Format, laufender Nummer und Seitenzahl im Auktionskatalog, z.B. Libri theologici 4° 358, S. 694, angibt. Darunter erhalten Sie Angaben des rekonstruierten, vollständigen Titels, der per Stichwort und in der Detailsuche recherchierbar ist. Derzeit sind noch nicht alle fremdsprachigen Titel mit den korrekten diakritischen Zeichen nachgewiesen. Bitte beachten Sie, dass bei den Bestandsnachweisen keine Exemplare aus der Privatbibliothek August Hermann und Gotthilf August Franckes aufgeführt sind, sondern lediglich Exemplare, die über die Verbundkataloge zur Titelverifizierung ermittelt wurden.

Digitale Bereitstellung

Bitte beachten Sie, dass bis jetzt keine Bücher aus dem Besitz von Vater und Sohn Francke physisch nachgewiesen werden konnten. Diese Forschungsarbeit ist noch zu leisten, aber nicht Bestandteil des DFG-Projekts "Francke-Portal". Deshalb werden Ihnen keine Drucke digital über Thumbnails angezeigt. Referenzangaben (Links) auf digital zugängliche Drucke finden sich aber – sofern vorhanden – unterhalb der bibliographischen Titelangaben.

Bitte um Ihre Mitarbeit

Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie uns auf den Standort von Drucken mit Provenienzmerkmalen, die August Hermann bzw. Gotthilf August Francke als Vorbesitzer erkennen lassen, hinweisen könnten. Bitte wenden Sie sich an die Leiterin des Studienzentrums August Hermann Francke, Frau Dr. Britta Klosterberg: klosterberg-Irgendwas-(at)francke-halle.de
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