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I. N. G.
Anno 1698 den 27. Aug. bin nebst Herrn
Elers mit Herrn D.r Zierolden durch zu-
fällige gute Gelegenheit auff Berlin ge-
reiset. Gleich als ich das jenige zu Papir
gebracht hatte, weswegen ich solche Reise
anzutreten, zeigte sich als von ohngefehr
solche Gelegenheit, da ich vorhin drey Wochen
lang immer behindert worden solches zu
entwerffen. Dazu kam, daß einem ieden
unter uns diese Gelegenheit um der Erbau-
ung willen, so wir von einander hoffeten, viel
lieber war als wenn wir auff der Post hätten
miteinander reisen müssen. Demnach fun-
den wir gleich ursach so wohl die heilige
providentz als die Väterliche Liebe Gottes
mit demuth zu erkennen. //Wir nahmen auch einfältiglich
zu unserer Stärckung an, daß
des Abends vorher, ehe wir weg-
reiseten, Herr Elers die Bibel
auffschlug und gleich den Spruch
für die Augen kriegte: Die Hand
des Herrn war mit ihnen. Wel-
ches auch der Außgang also ge-
zeiget hat.// Des nachmittages
kamen wir nach Dessau, da wir bey der
Frau Land-Rentmeister Pfauin einsprachen
die die Nachricht von ihrem im Paeda-
gogio befindlichen Sohne mit Vergnügnung
annahm, und ihre Tochter, Eydam und
Bruder mit herzu rieff, um ihre Freude
mit ihnen zu theilen, wie denn verhof-
fentlich diese kurze Ansprache nicht ohne
alle Erbauung abgieng. Wir sezten uns
aber bald wieder auff und fuhren über
die Elbe nach Roßlau, da es im Wirths-
Hause Gelegenheit gab der Wirthin ihren
elenden Zustand der Seelen nach für zu-
stellen, und sie mit vielen Worten zu
ermahnen, das die Mägde mit einiger Auff-