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I. N. I.
 
So balde in Erffurt meine persecution zum Ende lieff, und man
mir bereits ein decretum Senatus zugesandt, daß ich
mich bey Gefahr eines unvermeidlichen Schimpffs anders-
wohin begeben solte, es auch nunmehro so gar alles über
und über ginge; daß der Stadthalter der Augustiner
Gemeine supplic, um mich zu meiner rechtmässigen de-
fension zu lassen, nebst Beylagen, zerrissen und die Bür-
ger so für mich intercediret in gefängliche Hafft, ohne dem
geringsten Verbrechen, genommen wurden, auch Herrn
D. Breithaupt Senior seine eben zu der Zeit einlauffen-
de vocation ad Professionem Theologiae nach Halle an-
genommen, und ich also nun in guter Gewißheit
des Hertzens mich resolviret, weg zugehen, und Herrn
D. Breithaupt meine gefaste resolution gemeldet,
ward mir zugleich von dem Herrn D. Breithaupt
Herrn D. Speners Schreiben an Ihn communiciret,
darinnen Herr D. Spener zugleich berichtet, daß ein
vornehmer Geheimder Rath zu Berlin gesaget,
wenn ich zu Erffurt verjaget würde, so solte ich
nur nach Berlin kommen, man wolte mich da
schon accommodiren. worauß zwar die providenz
Gottes wohl erkante, mich aber auff eine solche gene-
rale vocation nicht zur reise resolviren konte,
damit solches nicht dereinst einen Mackel in meinem
Gewissen, daß ich selbst gelauffen, ehe ich gesandt
worden verursachen möchte. Bin derowegen auff
Gotha gereiset, um daselbst in aller Stille den fer-
neren Rathschluß Gottes über mich abzuwarten, und
solches war in der woche vor Michaelis Anno 1691. Ich
war aber nicht lange daselbst gewesen, so sandte
mir Herr D. Breithaupt ein Schreiben, welches Herr D.
Spener an Ihn geschrieben, und ihm berichtet, daß
Herr CammerRath Kraut ihn erinnert, daß er
nochmals wegen M. Francken schreiben solte, er
möchte nur getrost kommen, und sich der versorgung
wegen nicht bekümmern, hätte bereits einen Vorschlag
eines Pastorats dabey auch die Prof: Heb: Lingui seyn