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Halle d. 2. Mart. 1706
Hochgeborner Graff,
Gnädiger Graff und Herr,
Ich bin beschämet, daß ich in meinem vorigen den Dank vergeßen habe,
so ich Ew. Hochgräffl. Gr. für den mir durch die Frau von Mühlheim
zugesanten Wein schuldig bin, welchen Fehler zu übersehen und hiemit
meine unterthänige Dancksagung von mir anzunehmen bitte. Das com-
municirte project war sonderlich dem Hrn. Geh. Rat Stryk) angenehm,
der es abschreiben laßen, so hoffentlich nicht entgegen seyn wird. Des
Bellisomo Briefe erwarte, wenn es ohne alle ungelegenheit geschehen
kan. In unterthäniger Begrüßung Ev. Hochgr. Gn. Frau Gemahlin, und
anwünschung täglichen Zunehmens in der krafft des Glaubens, verharre
Ewr. Hochgr. Gn.
unterthäniger
August Hermann Francke.
mpp.
 

Abgedruckt in: Schmidt, Berthold, Meusel, Otto (Hrsg.): A. H. Franckes Briefe an den Grafen Heinrich XXIV. j.L. Reuß zu Köstritz und seine Gemahlin Eleonore aus den Jahren 1704 bis 1727 als Beitrag zur Geschichte des Pietismus. Leipzig 1905, S. 21.