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Halle den 27ten 9br: 1724.
Hochgebohrne Gräffin,
Gnädige Gräfin u. Frau,
Ewr. HochGr. Gn. sende ich hiebey der Fräulen von Denstädt reso-
lution. Sie ist meine Tochter in dem HErrn, und hat schon allen zur
Erbauung gedienet. So sie nun Ihro Durchl. dem Printzen u. deßen
Hochgel. Frau Gemahlin zur Erbauung an meiner statt durch göttl.
Gnaden auch dienet, wirds meine Freude sein. Ewr. Hochgr. Gn. dancke
ich u. meine Frau für das Fäßl. Wein, so mit der Charbonette
kommen, untthgst. Ich lege einen Zettel hierbei von einem Stud. Groß-
mann, ob man vielleicht dort einen Stud. Theol. zum Informatore bei
iemand suchete. Er hat sich wohl verhalten, u. ist nicht ungeschickt, auch
schon von freien Jahren, aber zieml. lang von statur, weswegen er aus-
wärtige condition suchet. Ich verharre Ew. Hochr.Gn. u. Dero
Herrn Gemahl u. gantzen Hauses unterthänigster Fürbitter
A. H. Francke.
 

Abgedruckt in: Schmidt, Berthold, Meusel, Otto (Hrsg.): A. H. Franckes Briefe an den Grafen Heinrich XXIV. j.L. Reuß zu Köstritz und seine Gemahlin Eleonore aus den Jahren 1704 bis 1727 als Beitrag zur Geschichte des Pietismus. Leipzig 1905, S. 110.