Nr. 7 A.H. Francke an Ph.J. Spater 15. 7. 1690
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es belieben nach Sorau an die Fr. Cantzler Richterin 42 zu senden. Die hand des Herrn sey mit meinem theuresten Vater in Christo. Ich verharre Ew[er] hochwfürden] Gehorsamer Sohn in Christo M. Aug[ust| Herm|annJ Francke. S. Aug[ustini] Diac[onus] Mppria
Erff[urt] d. 15.Jul. 1690. 75
Die Fürstin von Arnstadt 43 hat vor ihrer abreise in Holland noch einen gar hertzlichen brieff an mich geschrieben 44 , und eine Einlage 45 an die Fr. D. Petersen 46 .
P.S. Herr M. Hesse 47 und Herr M. Pfeiffer 48 , ein rechter Israelit 49 grüßen beyde freundlich. Werden wol vermuthl[ich] bald beyde mit einem Schreiben so einkommen. 50
79-81 I RS. ... einkommen. | . 79 Hesse] Hasse: D.
42 Anna Margaretha Richter, geb. Döbler (Jan. 1648—16.2.1715); Ehefrau des Juristen Sigismund Richter (s. Brief Nr. 86, Anm. 2) in Sorau; lebte nach dem Tod ihres Mannes bei ihren Söhnen Christian Friedrich und Christian Siegmund, die nacheinander die Medikamentenhandlung in Glaucha leiteten (PfA St. Georgen, Sterberegister 1702-1726, 106; Altmann, 17; W. Kaiser u. W. PlECHOCKI, Die Familie Richter — ein Beitrag zur Geschichte der Medikamentenexpedition des hallischen Waisenhauses, o.O., o.J., 139—151, v.a. 139. 141).
43 Wohl Auguste Dorothea, Fürstin von Schwarzburg-Sondershausen (16.12.1666—11.7.1751), Tochter Anton Ulrichs von Braunschweig-Wolfenbüttel (s. Brief Nr. 22, Anm. 35), seit 1684 Ehefrau Anton Günthers II. von Schwarzburg-Sondershausen in Arnstadt, ab 1700 bekannt durch den Bau des Schlosses Augustenburg mit der Puppensammlung „Mon plaisir" (Zedier 2, 2178; Schwennicke NF 1/1, Tafel 24; Herrmann, 279; C. Beyer, Die Puppenstadt „Mon plaisir", Würzburg 1995, 8. 68).
44 Nicht überliefert. 43 Nicht überliefert.
46 Johanna Eleonora Petersen, geb. von und zu Merlau (25.4.1644—19.3.1724), geb. in Frankfurt a.M.; seit 1666 am Hof der Gräfin von Solms-Rödelheim, seit 1669 am Hof des Herzogs von Holstein-Sonderburg (-Wiesenburg) in Wiesenburg bei Zwickau als Hofjungfer der Prinzessin Sophie Elisabeth; im Sommer 1672 Begegnung mit Spener und Johann Jacob Schütz, seitdem mit beiden im Briefwechsel; 1675 Übersiedlung nach Frankfurt zu Maria Juliana Baur von Eyseneck in den Saalhof, 1680 Eheschließung mit Johann Wilhelm Petersen und Aufenthalte 1686 in Rostock, 1688 in Lüneburg, 1692 in Niederndodeleben bei Magdeburg, spater auf dem Gut Thymer bei Zerbst (DBA 944, 416-443; RGG 4 6, 1154; Autobiographie [1719] abgedr. bei: W. Mahriiolz, Der deutsche Pietismus, Berlin 1921, 201-245; Lit. s. bei Johann Wilhelm Petersen, Brief Nr. 17, Anm. 33). -J.E. Petersen ist eine der bedeutendsten Frauengestalten des Frühpietismus und Verfasserin zahlreicher erbaulicher Schriften. Zu ihrer Korrespondenz mit Spener vgl. Spener, Frankfurter Briefe 1, Brief Nr. 138, Anm. 1.
47 Johann Sylvester Hesse (s. Anm. 31).
48 Johann Lorenz Pfeiffer (14.8.1662—1.1.1743), geb. in Thüringenhausen in Thüringen; 1680 Studium in Erfurt (1682 Magister); 1683 Diakon an der Barfußerkirche in Erfurt, 1693 Diakon an der Predigerkirche ebd.; 1709 Dr. theol. in Leipzig; 1721 Pfarrer an der Predigerkirche in Erfurt, 1726 zudem Senior des Ministeriums und Prof. theol. (DBA 951, 186-211; Pfarrerbuch Erfurt, 247f).
49 Vgl.Joh 1,47.
50 Entsprechende Schreiben sind nicht überliefert.