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Nr. 61 Ph.J. Später an A.H. Francke 13. 12. 1692
er etwas wider Herrn D. Petersen 29 geschrieben 30 , aber habe es noch nicht zulesen gehabt: Hingegen ist auch zu Helmstatt heraußgegangen von einem Timaeo 31 ein tractat, Superbae pavonum alae amputatio 32 , darzu D. Calixtus 33
60 eine große praefation 34 gemacht. In beiden wird nicht allein Herr D. Petersen sondern auch andre sogenannte Pietisten sehr hart tractiret. Herr Luders 35 hat widerum den titulum Consistorialis, ist ihm auch die abtey Michelstein auffgetragen u. von ihm angenommen worden 36 , aber es gieng doch wider zurück weil auff sie Hertzog Rudfolf] August 37 jemand anders vertröstet
65 habe. Doch scheinets, man wolle serio ihn wider anders aecommodiren. Der Herr führe auch darinnen alles nach seinem rath. In deßen h. obhut, treue u. regierung hertzlich erlaßende verbleibe
Meines wehrtesten Bruders zu gebet u. liebe willifger] Phhlipp] J[acob] Spener, D Mppria.
70 Berlin den 13. Xbr. 1692
Herrn D. Breithaupt grüße ich in dem Herrn hertzlich: wie auch deßen eigen hauß, u. was bey ihnen den Herren fürchtet u. liebet
64 /auff/. 68 willi[ger]: cj.
1683 Hofprediger in Jever; 1685 Diakon an St. Ulrich und Levin in Magdeburg (DBA 1390, 211-215;Jöcher 4, 2055; Rotermund, 1818; Auskunft Pfarrerkartei der KPS). - Wolf war zunächst Anhänger Petersens (s. Anm. 29) gewesen, widerlegte ihn und den Chiliasmus dann aber in mehreren Schriften (vgl. Anm. 30 und Walch 2, 599fF; Matthias, 58f). 25 Johann Wilhelm Petersen (s. Brief Nr. 17, Anm. 33).
30 Johannis Joachimi Wolfii [...] Abgenoehtigte kurtze Antwort Auff die Neuligst aus der Freudigkeit des Glaubens erhobene Öffentliche Stimme des Neuen Himmlischen Propheten/ D. Petersen, o.O. 1693.
31 Christoph Friedrich Timaeus (gest. 22.1.1710), geb. in Harber; 1668 Pfarrer in Fümmelse, 1680 in Hötensleben im Braunschweigischen (Pfarrerbuch Braunschweig 1, 84; 2, 322, Nr. 4111).
32 SUPERBAE PAVONUM ALAE AMPUTATAE. Hoc est Picta & ficta PERFECTIO QUAM Genus quoddam hominum Perfectum & plusquamperfectum hodie jactat THEOLOGI- CO PHILOSOPHICA COMMENTATIUNCULA [...], Helmstedt 1692.
33 Friedrich Ulrich Calixt (8.3.1622-13.1.1701), geb. in Helmstedt; Studium in Helmstedt; ab 1650 Prof. theol. in Helmstedt, zudem seit 1656 Abt in Königslutter und seit 1665 Kon- sistorialrat in Wolfenbüttel (DBA 174, 190-202; ADB 3, 704-706; NDB 3, 96; Jöcher 1, 1565f; Pfarrerbuch Braunschweig 1, 2. 211; 2, 51, Nr. 663). — Calixt hatte nach dem Tod seines Vaters, Georg Calixt, in den 60er Jahren den Synkretistischen Streit v.a. mit der Universität Wittenberg fortgesetzt (vgl. TRE 7, 566f).
34 Das 32 Seiten umfassende Vorwort Calixts datiert vom September 1692.
35 Justus Lüders (s. Brief Nr. 7, Anm. 18).
36 Zur Ernennung von Lüders zum Abt zu Michaelstein s. Brief Nr. 59, Z. 49-53 und Anm. 29.
37 Rudolf August von Braunschweig-Wolfenbüttel (s. Brief Nr. 45, Anm. 30).