Nr. 67 Ph.J. Später an A.H. Francke 21. 12. 1692

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Was wegen des verstorbenen pastoris Wurtzlers 8 mit Jfungfer] Jahnin vor- 20 gegangen, sorge wird viel lermen machen, und unsern guten Herrn Semler hindern. 9 Doch stehet es in Gottes hand.

Herrn Herrn M. August Hermann Francken profjessori] publfico] Gr[aecae] und Orfientalium] Ling[uarum] auch pastori zu Glauche bey Halle.

Franco. 25

20-22 Was ... hand ] am linken Rand.

"Johann Christoph Wurtzler (17.10.1653-19.12.1692), seit 1680 Pfarrer an St. Moritz in Halberstadt (Auskunft Pfarrerkartei der KPS).

9 Anna Margaretha Jahn (s. Brief Nr. 22, Anm. 18) hatte am 22.12.1692 in einer von Andreas Achilles (s. Brief Nr. 8, Anm. 9) geleiteten Versammlung eine Botschaft an den soeben ver­storbenen und noch nicht begrabenen Pfarrer Wurtzler (s. Anm. 8), zu dessen Gemeinde sie gehört hatte, gerichtet. Der in der Ekstase gesprochene und von Gebhard Levin Semler (s. Brief Nr. 10, Anm. 26) und dem Canonicus Schlütte, in dessen Haus die Versammlung stattfand, auf­geschriebene Text ist eine Drohrede, die des Verstorbenen Wiederkommen und Gottes Strafe dafür voraussagt, daß Wurtzler Jahns Offenbarungen nicht als göttlich akzeptiert hatte. Die Bot­schaft wurde nach der Versammlung der Witwe Wurtzler ins Haus gebracht, wo sie dem wieder lebendig gewordenen Verstorbenen vorgelesen werden sollte. Aufgrund dieses Ereignisses und des Versuchs der Heilung einer Jüdin durch Jahn am 23.12. (s. Brief Nr. 68, Z. 20-22 und Anm. 7) war Semler unterdessen in Arrest genommen, Schlütte mit einer Kaution belegt und Jahn selbst im Haus ihrer Mutter eine Wache zugeordnet worden (Ausführliche Beschreibung [s. Brief Nr. 81, Anm. 17], 126-131. 139; Wotschke, Debora, 273).