Nr. 118 A.H. Branche an PhJ. Später 24. 3. 1696

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wenn es nicht biegen wil 4 . Gott geb einen Heldenmuth, und helff das Creutz selber tragen. 5 Hirbey übersende das verlangte Exemplfar] der Für­stellung p. 6 und auff die beyden Quaestiones Herrn Thomasii 7 Responsum 8 nebst dessen freundlichen Gruß. Welcher gestalt uns Gott abermahls mit einem jungen Söhnlein 9 erfreuet, wird Herr Schade als unser lieber Herr Gevatter 10 am besten berichten können. Die zum Waysen=Hause destinirte 1000 Rfeichsthaler] 11 betreffent stehet solches allerdings in donantis dis- positione, darnach ich mich auch gerne richten wil, wie denn schon auch einige andere capitalia dazu legiret sind 12 , davon ich nur jährlich die Zinsen auff die Erziehung armer Waysen verwende, wiewol mir sonst zum Anfange

13 auch ] -D.

Einige Fragen vorgestellet, o.O. [1696]) und wurde im folgenden zum zentralen Dokument der Auseinandersetzungen um Schades Beichtstuhlauffassung. Spener ging zum Zeitpunkt der Reise Schades nach Halle noch von einem möglichen Kompromiß aus: Schade solle nur die Beicht­kinder behalten, die er wolle, und zudem an einem Ort Beichte hören, an dem er ungestört mit jedem Confitenten reden könne (vgl. Spener an Anton, 14.3.1696 [s. Anm. 2]; zum Fortgang der Auseinandersetzungen s. Briefe Nr. 131137).

4 Vgl. das SprichwortWas sich nicht biegen lassen will, muß brechen" (Wander 1, 372).

5 EG 495, Strophe 4.

6 A.H. Francke, Abgenötigte Fürstellung (s. Briefe Nr. 12, Anm. 15 und Nr. 117, Z. 19-

23).

7 Christian Thomasius (s. Brief Nr. 8, Anm. 20).

8 Nicht überliefert. Zu Speners Anfrage an Thomasius s. Brief Nr. 117, Z. 1016 und Anm. 11.

5 Gotthilf August Francke (21.3.16962.9.1769), geb. in Halle; Schulunterricht zunächst im Elternhaus, 1709 im Paedagogmm Regium; 1714 Studium in Glaucha b. Halle, ab 1716 zugleich Informator am Paedagogium; 1719 Studium in Jena, 1720 Zuchthausprediger in Halle, 1723 Adjunkt an der Marktkirche und der theol. Fakultät; 1726 ao. Prof. theol., seit 1727 o. Prof.; seit 1727 zunächst mit Johann Anastasius Freylinghausen (s. Brief Nr. 94, Anm. 5) Direktor des Waisenhauses und des Paedagogiums, seit 1730 Inspektor des Saalkreises; 1738 Diakon, seit 1740 Archidiakon an der Marktkirche; 1739 Dr. theol., 1767 Konsistorialrat (DBA 338, 88-97; ADB 7, 231-233; Jöcher EB 2, 1204-1205; K.GG 4 3, 212; Dreyhaupt 2, 613; J.G. Knapp, Denkmal der schuldigen Hochachtung und Liebe gestiftet dem weiland hochwürdigen und hochgelarten Herrn D. Gotthilf August Francken [...], Halle 1770; G.A. Francke, Hertzliebe Mama. Briefe aus Jenaer Studientagen 1719-1720, hg. Th. Müller u. C. Wessel, Halle 1997; U. Sträter, Gotthilf August Francke, der Sohn und Erbe. Annäherung an einen Unbekannten, in: Reformation und Neuzeit. 300 Jahre Theologie in Halle, Halle 1994, 211-232). - Gotthilf August Francke edierte u.a. Werke seines Vaters (z.B. Lectiones paraeneticae [...], Halle 1726; Erklärung der Psalmen Davids, Halle 1730/31; Collegium pastorale über D. Joh. Ludovici Hartmanni pastorale evan- gelicum [...], Halle 1741) und ab 1735 in mehreren Auflagen Johann Arndts Bücher vom wahren Christentum (vgl. Brief Nr. 77, Anm. 6).

111 Außer Schade wurden Johann Wilhelm Petersen (s. Brief Nr. 17, Anm. 33) und Franckes Mutter, Anna Francke (s. Brief Nr. 108, Anm. 28), Paten Gotthilf August Franckes (vgl. Weiske 1, 126f).

" Zur angekündigten Spende in Höhe von 1000 Talern vgl. zuletzt Brief Nr. 117, Z. 52-60 und Anm. 29.

12 Kleinere Spendenbeträge sind aufgelistet bei A.H. Francke, Fußstapfen (s. Brief Nr. 110, Anm. 40), 15f (vgl. auch Kramer 1, 169f, Anm. 2).