Nr. 119 Ph.J. Sparer an AM. Francke 31.3.1696

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119. Ph.J. Spener an A.H. Francke

Berlin, 31. März 1696

Inhalt

Gratuliert zur Geburt Gotthilf August Franckes. Sendet die angekündigten 1000 Taler für das Waisenhaus. Johann Heinrich Schröder soll Pfarrer in Meseberg werden. Empfiehlt den Ungarn Schultetius.

Überlieferung

A: AFSt/H A 125: 57 D: Kramer, Beiträge, 351

Von unsrem liebsten Heiland Jesu alle seiner leiden krafft!

In demselben hertzlich geliebter Bruder, Hochgeehrter Herr Gevatter.

Der Gott des lebens und Himmlische Vater setze das neugeschenckte Söhn­lein 1 , vor deßen gäbe seine ewige güte auch gepriesen seye, zu lauter segen in zeit und ewigkeit, und laße es sein gnadenkind, seines Sohns lebendiges glied 2 5 und reichsgenoßen und des H. Geistes unverstöhrlichen tempel 3 bleiben, biß zu dem vollkommenen eingang in die offenbahrte herrlichkeit. Er regire auch die liebe Eltern zu deßen seliger aufferziehung, und erhalte sie, die früchten ihrer sorge an ihm erfreulich zu genießen.

Hiemit folget die gäbe der 1000 thaler des unbekanten gottseligen freun- 10 des 4 , der Herr laße sie ein ihm gefällig opffer sein 5 , und ihm noch manche opffer dardurch bereitet werden. Ich hoffe auch es solle durch deßen schütz sicher bey ihnen überbracht werden. Herrn Schrödern 6 anlangend ist vor ihn wegen der angegebenen pfarr auff das von Herrn D. Breithaupten 7 , welchen ich grüße, und ihm dieses zu berichten freundlich bitte, gesandten memorials 15 wol resolviret worden 8 , als ich aber die außfertigung auß der Cancelley heut

1 Gotthilf August Francke (s. Brief Nr. 118, Anm. 9).

2 Vgl. IKor 12,12-27.

3 Vgl. IKor 3,16; 6,19; 2Kor 6,16.

4 Wohl General Dubislav Gneomar von Natzmer (vgl. Briefe Nr. 115, Z. 45-48 und Anm. 11, Nr. 116, Z. 105ff, Nr. 117, Z. 52-60 und Anm. 29 und Nr. 118, Z. 11-18).

5 Vgl. Phil 4,18; Hebr 13,16.

6 Johann Heinrich Schröder (s. Brief Nr. 21, Anm. 16).

7 Joachim Justus Breithaupt (s. Brief Nr. 7, Anm. 36).

8 Überliefert ist das kurfürstliche Reskript vom 27.3.1696 (GStA PK HA I, Rep. 52, Nr. 129, 1690-1700, Bl. 323). Das Memorial wurde nicht ermittelt.