Nr. 128 Ph.J. Später an A.H. Francke 3.11.1696
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Mann von mehr erudition als fast einiger der andern, und im übrigen so fern moderater, das er sich eben nicht grob prostituiret, und also eher leute einnehmen kan. Ist aber gegen mich ein schlechter danck, dem er unter menschen soviel als allein zu dancken hat, das er ab exilio zu dieser profession gekommen ist. Der Herr wird aber zeigen, das auch dieser zu schwach seye, die Wahrheit um zu werffen. Er stärcke unsren glauben u. führe seine eigne sache herrlich hinauß 6 . In deßen treue obhut u. regirung samt gantzem wehrten hause hertzlich empfehlende verbleibe
Meines Hochgeehrten Herrn Gev[attersj u. gel[iebten] Bruders zu gebet u. liebe williger
Phfilipp] J[acob] Spener D. Mppria
Berlin den 3. IXbr. 1696.
Herr geh[eimer] R[ath] von Schweinitz 7 ist verreiset zu Marggraf Philippen 8 , der kranck liget. Der Herr stehe kräfftig bey.
Herren Herren M. August Hermann Francken Graecae und orient[alium] Linguarum professori publico bey HochlöblficherJ universitet zu Halle und treueyffrigen pastori der gemeinde zu Glauche. Glauche an Halle.
19 menschen + (ein(?)). 24 /Gev[atters]/. 28f Herr geh[eimer] R[ath] ... stehe kräfftig bey. ] : Hinzufügung am linken Rand. 33 Glauche an Halle. ] + Herr D. Spener [Hinzufügung von anderer Hand].
5 Die Professur in Rostock hatte Fecht nach der Zerstörung Durlachs im Pfälzischen Krieg durch Speners Vermittlung bekommen (vgl. K. Obser, Zur Zerstörung von Durlach im Jahre 1689. Ein Bericht des Superintendenten Johannes Fecht an Philipp Jakob Spener, in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins 95, 1943, 685-690).
6 Vgl.Jes 28,29.
7 Georg Rudolph von Schweinitz (s. Brief Nr. 30, Anm. 5).
" Wohl Philipp Wilhelm, Markgraf zu Brandenburg-Schwedt (19.5.1669-19.12.1711), geb. in Königsberg als Sohn Friedrich Wilhelms von Brandenburg; seit 1692 Generalleutnant und Statthalter im Herzogtum Magdeburg, 1697 Generalfeldzeugmeister (DBA 954, 409-411; ADB 25, 761; Zedier 27, 1912).