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Nr. 157 Ph.J. Später an AM. Francke 31.3. 1699
Theologiam studiren wolte. Sein Vetter, der auß Ostindien gekommen 15 , und viele rariteten hergebracht, hat mich gebeten ihn an geliebten Bruder auch zu recommendiren: Er solle auch einige See-naturalien mit bringen, und in 45 seinem nahmen verehren. Habe hiemit meine commission ablegen wollen. Es hat der S. Herr Toegel 16 noch exemplaria von Herrn Gev[atters] Sachen, ohne zweiffel in commission, gehabt, u. hinderlaßen 17 : was ist nun damit zu thun.
Herren Herren August Hermann Francken Sanctissimae Theol[ogiae] auch 50 Graecae und Orient[alium] Linguarum prof[essori] publ[ico] ordinario, und pastori zu Glauche. Glauche an Halle. 18
(um 1677—21.8.1749), geb. in Gardelegen; 28.6.1699 Immatrikulation als Theologiestudent in Halle; 1714 Pfarrer in Dobbrun bei Osterburg, 1723 Pfarrer in Erxleben (Matrikel Halle, 465; Auskunft Pfarrerkartei der KPS).
15 Wohl der Mediziner und Naturforscher Michael Bernhard Valentini (26.11.1657-13.3.1729), geb. in Gießen; 1675 Studium in Gießen (1680 Lic. med., 1686 Dr. med.); las 1682 Collegia in Gießen, ab 1685 Aufenthalte in Heidelberg und Frankfurt a.M., ab 1686 in Holland, England und Frankreich; 1687 Prof. der Physik in Gießen, 1689 Adjunkt der kaiserlichen Akademie der Naturforscher; 1696 ao. Prof. med., 1697 o. Prof. med. in Gießen; 1703 Leibmedicus der verwitweten Landgräfin Elisabeth Dorothea in Butzbach, 1704 Mitglied der preußischen Sozietät der Wissenschaften in Berlin, 1717 Mitglied der königlichen Sozietät in London, 1720 Senior und ökonomischer Inspektor der Universität Gießen; 1728 römisch-kaiserlicher Leibmedicus und Comes palatinus (DBA 1301, 1-25; ADB 39, 468f; Jöcher 4, 1404f; Suchbuch Matrikel Gießen, 117). — Valentini veröffentlichte u.a. Indische Reisebeschreibungen (Museum museorum: oder vollständige Schau-Bühne aller Materialien und Specereyen nebst deren natürlichen Beschreibung!...], Ost- und West-Indischen Reißbeschreibungen, [...] Frankfurt a.M. 1704—1714) und stand in Kontakt mit Christian Maximilian Spener (vgl. Ch.M. Spener, Epistola de novo haemorrhoidum coecarum remedio [...] ad [...] Mich. Bernhardum Valentini, Amsterdam 1700). Es gibt keinen Hinweis darauf, daß er sich selbst in Indien aufgehalten hat.
16 Jakob Tögel (26.4.1677-2.3.1699), geb. in Beesenlaublingen; 1695 Theologiestudium in Halle, 1697/98 Besuche bei Spener in Berlin (Matrikel Halle, 453; Ph.J. Spener, Christlicher Leich=Predigten Zehende Abteilung, Frankfurt a.M. 1700, 190-224 [Personalia, 220-224]; AFSt/H C 227: 4).
17 Angaben darüber, welche Werke Franckes gemeint sind, liegen nicht vor.
18 Auf der Außenseite des Briefes ist offenbar von Franckes Hand „Herr Blanckenbferg]. Herr M. Seidel." hinzugefügt. Francke notierte die Namen offensichtlich, um sie Spener als Adjunkten vorzuschlagen (vgl. Speners Antwort vom 11.4.1699 | Brief Nr. 158, Z. 17f]; zu Konrad Gottfried Blankenberg s. Brief Nr. 22, Anm. 31; zu Christoph Matthäus Seidel s. Brief Nr. 158, Z. 45-49 und Anm. 19).