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Nr. 186 A.H. Franckc an PhJ. Spener 12. 12. 1699
Ein Schlesischer Knabe, doch kein Edelmann, hat bloß dem Praeceptori zum trotz eine Verschreibung an den Teuffel gemacht 9 , und sie dem Praeceptori in den Weg hingelegt, daß er sie auch gleich gefunden. Es ist gewiß, daß es des Knaben Ernst nicht gewesen, sondern daß es aus großer Boßheit und
2o Unverstand kommen. Doch habe ich gleich den Knaben vom Paedagogio abgesondert, und an die seinigen sine mentione facti geschrieben, daß man ihn abfordern möge 10 . Inzwischen habe ihn unter eines christlichen studiosi auffsicht gethan. Weil er es so offen hingelegt, haben es Knaben gesehen, daher es auskommen, ist ein Unglück. Gott trete den Satan unter unsere
25 Füße. 11
Es ist ein großes ringen und flehen gläubiger Kinder Gottes für die arme Stadt, daß ihr Gott einen treuen Hirten gebe. Ach der Herr laße es in Gnaden geschehen.
Ich verharre M [eines] theuresten Vaters Gebethschuldigster 30 Afugust] H[ermann] Francke. Mppria.
Monsieur Monsieur le Docteur et Conseiller Spener ä Berlin.
20 Unverstand ( Einfalt.
9 Vgl. Speners Anfrage in Brief Nr. 185, Z. 23-28. " Nicht überliefert. 1 Rom 16,20.