Nr. 206 Ph.J. Spener an A.H. Francke 10. 4. 1700

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muß bey zulegen vergeßen sein worden. Der thaler der neulich gesandt 26 , ist von der Frau Feldmarschall Spaanin 27 , welche pillen darvon verlangt, und sie bald erwartet: Die beide Bibeln 28 gehören, der Schenckelin 29 tochter 3 " und 75 der Thilenin 31 die von hier zu ihnen gekomen. Meine haußfrau 32 sagte, sie habe Zedulgen 33 an beide exemplaria mit den nahmen, denen sie gehören angehefftet.

Zum armenprediger ist Herr Lysius 34 beruffen worden, weil die gemeinde vor dem S. Georgen thor zum theil ihn von dem Churf[ürsten] 35 zu ihrem 80 prediger begehrt, da die andre parthey mir einen widrigen hätte aufftringen werden [?]: da das mittel zu treffen gerathen worden, das dieser auch jene stelle vertreten, deswegen aber mit geringem! tractament vor lieb nehme: sonsten wo es müglich, hätte lieber 2 gehabt. 36 Wir haben jetzt fast keine studiosos mehr alhier, da sie nach u. nach befordert, und dörrten wol bald von 85 ihrem ort widerum einige neue bedörffen, ihnen den weg zur beforderung auch dadurch zu bahnen. Die einlagen 37 bitte zu befordern, und nechst treuer ergebung in Gottes stärckende krafft und seines geistes selige wirckung in dem fest verbleibe

Meines Hochgeehrten Herrn Gev[atters] und gelfiebten] Bruders zu gebet 90 u. liebe williger

Phhlipp] Jjacob] Spener D. Mppria.

Berlin den 10. Apr. 1700.

Herrn Herrn August Hermann Francken Sanctissimae Theoljogiae] pro- ffessori] publico auff hochlöblficher] Hallischer universitet und pastori zu 95 Glauche.

Halle.

Franco.

76 Thilenin (?) ] Thilmannin: D. 80 /zum theil/. 82 wollen: cj ] werden: A.

26 Vgl. Brief Nr. 205, Z. 23-25 und Anm. 15.

27 [Dorothea (?)] von Spaen (s. Brief Nr. 109, Anm. 4).

28 S. Briefe Nr. 204, Z. 31f und Nr. 205, Z. 20-22.

29 Wohl die Witwe von Christoph Schenkel (vgl. Brief Nr. 86, Anm. 4).

30 Wohl Maria Catharina Schenkel (Schencke[l]) (geb. 1688), die 1697 ins Hallesche Waisen­haus aufgenommen, 1702 von der Mutter aber nach Berlin geholt wurde (Waisenalbum, 281, Nr. 164?).

31 Wohl Anna Christina oder Charlotte Margaretha Thiele, Pfarrerstöchter aus Berlin, die 1697 ins Waisenhaus aufgenommen worden waren (s. Brief Nr. 140 Anm. 6). Erstere ging am 26.4.1700 in Dienste bei dem Rat August Hoflmann (s. Brief Nr. 116, Anm. 36), letztere 1701 zu Pfarrer Johann Christoph Quehl nach Löbnitz a.d. Linde (Waisenalbum, 282, Nr. 1647£).

32 Susanne Spener (s. Brief Nr. 15, Anm. 16).

33 Zettelchen (vgl. DWB 31, 814-818).

34 Johann Lysius (s. Brief Nr. 159, Anm. 7).

35 Friedrich III. (I.) von Brandenburg (s. Brief Nr. 18, Anm. 11).

36 Zum Vorgang vgl. Brief Nr. 201, Z. 50-64.

37 Nicht überliefert.