Nr. 234 Ph.J. Spener an A.H. Francke 25. 2. J70/
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Was die arbeit gegen die Socinianer 10 anlangt, ist sie in antecessum Herrn Zunnern 11 auch auß dieser absonderlichen ursach versprochen, weil die ex- emplaria der schrifft wider mich auß Amsterdam 12 an ihn gesandt, die er aber 15 auff mein verlangen solange zurück halt, biß meine antwort dabey lige. 13
Im übrigen hat mich ein Kirchenvorsteher vor dem S. Georgen thor Stolt- ze 14 angesprochen, seinen Sohn 15 , der ihres orts studiret, an wehrten Herrn Gevattern freundlich zu recommendiren. Der Vater ist deßen sonderlich werth, und derjenige, der draußen der frommen partey am meisten souste- 20 nirt, und das wir endlich mit Herrn Lysio 16 durchgetrungen 17 , geholffen hat. Will hoffen, u. solle mir lieb sein, wo sich der Sohn auch wol anläßet. Wormit dem Herrn nochmal hertzlich empfohlen.
25. Febr. [1]701.
Von welcher familie die Frau Gräffin von Metternich seye 18 , möchte wol 25 wißen.
Das schreiben an Herrn D. Fischern 19 bitte freundlich zubestellen, wie auch die an Herrn von der Lith 20 durch Herrn D. Anton 21 , den auch freundlich grüße.
Herrn Herrn proffessor] Francken. 30
17f /Stoltze/. 28 Lith ] Lühe: D.
10 Ph.J. Spener, Vertheidigung des Zeugnuesses von der Ewigen Gottheit [...] JESU CHRISTI [...] (s. Brief Nr. 204, Anm. 19).
11 Johann David II. Zunner (s. Brief Nr. 99, Anm. 18).
12 [S. Crell], Einige betrachtungen ueber Herrn D.P.J. Speners von der ewigen Gottheit Christi [...] gehaltenen Predigt [...] (s. Brief Nr. 204, Anm. 18).
13 Vgl. Spener, Vertheidigung des Zeugnuesses [...]. — Francke hatte in einem nicht überlieferten Brief offensichtlich angefragt, ob die Arbeit gegen die Sozinianer in Halle gedruckt werden könne.
14 Nikolaus Stoltze (Stoltz), Kunstgärtner in Berlin (vgl. Pfarrerbuch Brandenburg 2/2, 860).
15 Friedrich Frantz Stoltze (Stoltz) (gest. 1707), geb. in Berlin; 1700 Studium in Halle, 1706 Pfarrer in Birkenwerder bei Berlin (Matrikel Halle, 438; Pfarrerbuch Brandenburg 2/2, 860).
16 Johann Lysius (s. Brief Nr. 159, Anm. 7).
17 Lysius war seit 1700 Pfarrer am Friedrichswaisenhaus und 2. Pfarrer an St. Georgen in Berlin (vgl. Briefe Nr. 201, Z. 50-53, Nr. 206, Z. 79-84 und Nr. 214, Z. 52-55).
18 Maria Anna Gräfin von Regal, Freiherrin zu Kranichsfeld (1669-1738), Tochter von Freiherr Herbard und Barbara Geyer, Gräfin von Geyersberg; seit 1690 Ehefrau Ernst Graf von Metternichs (Schwennicke NF 4, Tafel 51; vgl. Brief Nr. 216, Anm. 14).
19 Ein entsprechendes Schreiben Speners an Johann Fischer (s. Brief Nr. 116, Anm. 52) läßt sich nicht nachweisen.
20 Ein entsprechender Brief Speners an Johann Wilhelm von der Lith (s. Brief Nr. 160, Anm. 8) ist nicht nachweisbar.
21 Paul Anton (s. Brief Nr. 110, Anm. 64).