Nr. 235 A.H. Funcke an Ph.J. Spener 4. 3. 1701
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Es hat aber eben Herr Bichmann 8 , eines Predigers 9 Sohn im Darmstadt- schen (welcher hier vor edichen Jahren studiret, auch damals eine Reise nach 20 Berlin gethan, und zeithero in Giessen gewesen) anhero geschrieben, und sich zu Annehmung einer Condition offeriret 10 . Ich hoffe, derselbe soll sich für den Herrn Schindler schicken, und dürffte nur recta an Herrn D. Majum 11 , unter welchem Er disputiret 12 , seinethalben geschrieben werden 13 , wenn Seine Person beliebet wird. Ich bitte inzwischen auch dem Herrn Schindler 25 ohnschwer meinen dienstlichen Gruß zu vermelden, und nechst Erlassung in Göttliche Gnaden-Obhut, verharre
M[eine]s thjeuresten] Vatfers] Gebethsch[uldigster]
Ahugust] H [ermann] Francke. Mppria.
A Monsieur Monsieur le Docteur et Conseiller Spener ä Berlin 30
8 Johann Georg Bichmann (8.12.1678-14.1.1743), geb. in Dautphe; 1694 Studium in Gießen und 1698 in Halle; 1702 Pfarrer in Holzhausen bei Biedenkopf, 1713 in Battenfeld (Diehl, Hassia Sacra 7, 194; Matrikel Halle, 33).
9 Valentin Bichmann (2.2.1643—18.5.1708), geb. in Battenberg; 1663 Studium in Gießen, 1664 Konrektor in Biedenkopf; 1669 Diakon und 1673 Pfarrer in Dautphe (Diehl, Hassia Sacra 7, 207).
10 Nicht überliefert.
" Johann Heinrich May (s. Brief Nr. 41, Anm. 29).
12 Eine Disputation J.G Bichmanns unter Majus laßt sich nicht nachweisen. Möglicherweise verwechselt Francke diesen hier mit dessen Bruder Johann Alexander Bichmann (1672—1741, vgl. Diehl, Hassia Sacra 7, 207), der 1692 unter Majus disputiert hatte (J.A. Bichmann, Dissertatio Inauguralis De Aquila Romana CadaveriJudaico Infesta [...], Gießen 1692). Letzterer hatte aber nicht in Halle studiert und war bereits seit 1694 Adjunkt seines Vaters (s. Anm. 9) in Dautphe.
13 Ein entsprechendes Schreiben ist nicht überliefert.