Nr. 236 Pli.J. Spener an A.H. Francke 26. 3.1701

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wäre nichts zu schaffen. Ich bin aber gefallen auff Herrn Tribbechovium 9 , im fall man die gelegenheit zu Jena guts zu schaffen nicht wichtiger helt. Von Herrn B[aron] von Canstein 10 vernehme auch, das sie auff Herrn Kochen" reflectiren, von deßen qualiteten sie am besten urtheilen könen. Möchte aber 15 ins gesamt etwas in antecessum ihre gedancken haben, wen Herr Gehren ankomt, gleich etwas sagen zu können. 12 Gott gebe weißheit, sich solcher zeigenden gelegenheit kräfftig zugebrauchen.

Nechst dem berichte, das mir ein exemplar des 2. Tomi der bedencken 13 geliffert, ob ich wol solches noch wenig ansehen könen. Ist mir leid, das 20 wegen der übrigen exemplarien nicht eher gedacht anzeige zu thun. In Halle verlange 5 zu bleiben, und denen gegeben zu werden, die Tomfum] 1 emp­fangen haben, deren mich nicht völlig erinnere. In Franckfurt am Mayn ver­langte 12 der Frau D. Kißnerin 14 (etwa durch Herrn Zunners 15 bestellung) geliffert zu werden, welche ordre der distribution nach Franckfurt, Gießen, 25 Darmstatt, Hanau p. hat. Sind nun gnug exemplaria draußen, so möchten solche dahin zu assigniren sein: wäre es aber nicht, so hätte sie meine tochter Rechenbergin 16 in Leipzig zu empfangen, und nach Franckfurt zu schaffen.

16 wen(?) ] um: D. 17 ankomt(?) ] so er komt: D. 24 Kißnerin ] Kistnerin: D. 27 / sein/. 28 /Franckfurt/ : (Leipzig).

Brief Nr. 22, Anm. 18) der Jahre 1692/93 (Ausführliche Beschreibung [s. Anra. 6], 122-172; vgl. Briefe Nr. 67, Anm. 8 und Nr. 71, Anm. 4).

9 Johann Tribbechov (4.10.1677-31.3.1712), geb. in Gotha; Studium 1694 in Halle (1698 Magister) und 1698 in Jena, 1699 Adjunkt der philos. Fakultät ebd.; 1702 Mitglied des Collegium Orientale und 1705 ao. Prof. philos. und Adjunkt der theol. Fakultät in Halle; 1707 Hofprediger des Prinzen Georg von Dänemark bzw. dessen Witwe, Königin Anna, in England; 1710 berufener Propst des Klosters Unser Lieben Frauen in Magdeburg; hielt sich gemütserkrankt in Halle auf und dichtete geistliche Lieder (DBA 1284, 229-242; ADB 38, 598-601; Jöcher 4, 1312; Matrikel Halle, 455; Pfarrerbuch Gotha, 673f; Koch 4, 377-380; Kramer 1, 279; Canstein/Francke, 137. 147. 336f u.ö.).

10 Carl Hildebrand von Canstein (s. Brief Nr. 143, Anm. 1).

11 Nicht ermittelt.

12 Personalvorschläge für das Rektorat in Königsberg wurden zwischen Spener, Francke und von Canstein bis 1702 diskutiert (vgl. Gehran Francke, 26.12.1701 und 27.2.1702, AFSt/H C 16: 46f; von Canstein an Francke, 4. und 17.6.1701, 9.1.1702, Canstein/Francke, 120f, 144). Zum Rektor des Collegium Fridericianum wurde im Frühjahr 1702 Heinrich Lysius (s. Brief Nr. 89, Anm. 9) berufen; er trat sein Amt jedoch erst nach seiner Promotion in Halle (4.11.1702, vgl. Matrikel Halle, 269) an (vgl. von Canstein an Francke, 14. und 25.3., 22.4., 27.5., 3.,10. u. 27.6., 31.10. und 9.11.1702, Canstein/Francke, 160. 162. 171. 177-179. 182f. 192f; Gehr an Francke, 29.5.1702, AFSt/H C 16: 49).

13 Bed. 2.

14 Anna Elisabeth Kißner, geb. Eberhard, Briefpartnerin Speners in Frankfurt a.M. (vgl. Ab­schriften von 106 Briefen Speners an Kißner aus den Jahren 1686 bis 1704 im AFSt/H D 107: 1-948; auszugsweise veröffentlicht von A. Nebe, Aus Speners Dresdner Briefen an eine Freundin in Frankfurt a.M., in: ThStKr 106, 1934/35, 253-300; ders., Aus Speners Berliner Briefen an eine Freundin in Frankfurt, in: JBrKG 30, 1935, 115-155).

15 Johann David II. Zunner (s. Brief Nr. 99, Anm. 18).

16 Susanna Katharina Rechenberg (s. Brief Nr. 37, Anm. 38).