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Nr. 251 n.J. Spam au AM. Francke 21. 4. 1703
Wormit göttlicher obhut erlaßende verbleibe 15 Meines Hochgeehrten Herrn u. gelfiebten] Bruders zu gebet u. liebe williger
Phhlipp] J[acob] Spener D. Mppria. Berlin den 21. Apr. 1703.
Nechst hertzlichem grüß und wünsch alles segens u. gnade in unsermjesu 20 1. Sende mit freundlicher dancksagung vor die communicationem die beiden Straßbfurger] brieffe"' zurück: mit bitte, Herrn Fröreisen 6 u. Herrn Ruoppen 7 zuversichern, das wie des mir so lieben Straßburgs u. Elsaßes täglich gedencke, also auch dieses besondern anligens nicht vergeße, wie auch beider nähme vor Gott bringe. 25 Was von Herrn D. Zentgraffen 9 anlangt 10 , wundert michs soviel mehr, weil ich noch weniges vertrauen zu ihm gelegen.
Ich sende zu anderem mahl, was er mir durch Herrn D. Rechenberg 11 vor eine speciem facti wegen Herrn Kleinen 12 gesendet, ohne zweiffel bei mir zuvorzukommen.
5 Überliefert ist nur das Schreiben von Johann Friedrich Ruopp (s. Anm. 7) an Francke, Straßburg, 14.3.1703 (AFSt/H D 42: 468f; vgl. Anm. 12).
6 Johann Leonhard I. Fröreisen (13.4.1661-10.2.1723), geb. in Straßburg; Studium 1677 in Straßburg (1681 Magister), 1684 in Leipzig, 1686 in Gießen; 1689 Abendprediger an St. Wilhelm in Straßburg, 1691 Pfarrer in Breuschwickersheim; 1700 Diakon an St. Nikolaus in Straßburg, 1709 Pfarrer ebd. (Pfarrerbuch Elsaß, 170, Nr. 1528; vgl. auch Anm. 12).
7 Johann Friedrich Ruopp (s. Brief Nr. 181, Anm. 26).
8 Offensichtlich die Vorgänge um die Amtsenthebung von Johann Friedrich I. Klein (s. Anm. 12; vgl. Ruopp an Francke, 14.3.1703 [s. Anm. 5]).
9 Johann Joachim I. Zentgraff (21.3.1643-28.11.1707), geb. in Straßburg; Studium 1659 in Straßburg (1662 Magister), 1667 in Wittenberg, 1669 in Jena (1686 Dr. theol.); 1670 Abendprediger, 1686—1706 Mittagsprediger anJung-St. Peter in Straßburg; 1676 zudem Prof. Moralium, ab 1695 Prof. theol. an der Universität ebd.; ab 1702 auch Präses des Straßburger Kirchenkonvents (DBA 1409, 22-27; ADB 45, 66f; Jöcher 4, 2187-2189; Pfarrerbuch Elsaß, 603). - Als einer der markantesten Vertreter der lutherischen Orthodoxie verfaßte Zentgraff zahlreiche theol. Schriften.
10 Nicht überliefert. S. aber Anm. 12.
11 Adam Rechenberg (s. Brief Nr. 1, Anm. 6).
12 Johann Friedrich I. Klein (geb. um 1675 in Straßburg); 1693 Studium in Straßburg; 1701 Diakon in Vendenheim und Kolbsheim, 1703 wegen pietistischer Lehren amtsenthoben; 1704 Aufenthalt in Glaucha, 1710 Studium in Halle (?) (Pfarrerbuch Elsaß, 293, Nr. 2761; Ruopp an Francke, s. Anm. 5, 468; J.F. Klein an Ruopp, Glaucha 9.5.1704, abgedruckt in: JJ. Zentgraff, Deß Evangelischen Kirchen=Convents in Straßburg Abgenöthigter Historischer Bericht/ Von der juengst daselbs entstandenen Pietistischen Bruederschafft/ Und Philadelphischen Gesellschafft: Was mit derselben vorgegangen/ und wie sie zu schwaermen angefangen [...], Straßburg 1706, 58-64; Matrikel Halle, 80; F. Ackva, Der Pietismus in Hessen, in der Pfalz, im Elsaß und in Baden, in: GdP 2, 198-224, hier 215). - Die zu diesem Zeitpunkt verfaßte Species facti über Klein von Zentgraff ist nicht überliefert. Es könnte sich dabei aber um eine Vorarbeit handeln zum „Historischen Bericht" von 1706. Darin beschreibt Zentgraff ausfuhrlich die Vorgänge um Klein seit Ende des Jahres 1702: Eine Predigt zum 3. Advent 1702 habe Kleins schwärmerische und enthusiastische Position offenbart und seit Anfang 1703 umfangreiche Untersuchungen nach sich