278 Titel für Ziegenbalg, Bartholomäus

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Ziegenbalg, Bartholomäus
geb. 10. Juli 1682 in Pulsnitz; gest. 23. Februar 1719 in Tarangambadi
Geschlechtmännlich
LandDeutschland
Beruf oder BeschäftigungTheologe
Biografische InformationBesuch der Schulen in Pulsnitz und Kamenz sowie 1694 des Gymnasiums in Görlitz. 1702 Förderung am Friedrichs-Werderschen Gymnasium in Berlin durch Joachim Lange, Philipp Jakob Spener und Carl Hildebrand von Canstein. Am 07.05.1703 Immatrikulation an der Universität Halle, Theologiestudium, Abbruch nach einem Semester aus gesundheitlichen Gründen. Informator in Merseburg und Erfurt, Aufenthalt in Pulsnitz und Aushilfspfarrer in Berlin. Durch Vermittlung des Hofpredigers Franz Julius Lütkens Berufung zum Missionar nach Tranquebar durch Friedrich IV. von Dänemark und Norwegen. Am 11.11.1705 in Kopenhagen ordiniert. Am 09.07.1706 Ankunft in Tranquebar. Sammlung einer tamilischen und portugiesischen Gemeinde. Aufbau des Schulwesens und Ausbildung einheimischer Missionsmitarbeiter. November 1708 bis März 1709 vorübergehende Inhaftierung aufgrund von Konflikten mit der dänischen Kolonialbehörde, die in der Mission eine Gefährdung ihrer Handelsinteressen sah. 1714 bis 1716 Aufenthalt in Europa zur Klärung des Rechtsstatus der Mission und zur Werbung um Unterstützung für das Missionswerk. Am 22.10.1714 Ernennung zum Propst auf Vorschlag des Missionskollegiums. Ziegenbalg eignete sich umfangreiche Kenntnisse der tamilischen Sprache an, die er sowohl für die missionarische Tätigkeit als auch für Studien der indischen Lebenswelt nutzte. Gleichzeitig trugen seine Übersetzungen christlicher Texte ins Tamil wesentlich zur Herausbildung der tamilischen Prosasprache bei. Mit seinen Beschreibungen der hinduistischen Götterwelt gilt er als Wegbereiter der Indologie. Als erster evangelisch-lutherischer Missionar nimmt Ziegenbalg eine besondere Stellung in der protestantischen Kirchengeschichte ein. Sein Werk besaß Vorbildcharakter für die evangelischen Missionen späterer Zeit, die ihre Wurzeln bis heute in der Dänisch-Halleschen Mission sehen. Am 24.11.1715 Heirat mit Maria Dorothea Salzmann in Glaucha/Halle.
Verwandtschaftliche BeziehungenZiegenbalg, Maria (Mutter) ; Ziegenbalg, Maria Dorothea (Ehefrau) ; Ziegenbalg, Ernst Theophil (Sohn) ; Ziegenbalg, Johann Christian Leberecht (Sohn) ; Ziegenbalg, Bartholomäus Leberecht (Sohn)
LiteraturAllgemeines Gelehrten-Lexicon. Hg. von Christian Gottlieb Jöcher. Bd. 4. Leipzig 1750, Sp. 2196 ; Acta historico-ecclesiastica oder gesammelte Nachrichten von den neuesten Kirchen-Geschichten. Bd. 16. Weimar 1752, S. 985 ; Richter, Paul: Ziegenbalg, Bartholomäus. In: Allgemeine Deutsche Biographie 45 (1900), S. 155-159 ; Cotton, Julian James: Inscriptions on Tombs or Monuments in Madras possessing historical or archaeological interest. Madras 1905, S. 294 ; Matrikel der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Teil 1 (1690-1730). Bearb. v. Fritz Juntke. Halle 1960 (= Arbeiten aus der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Halle a.d.Saale, 2), S. 496 ; Raupp, Werner: Ziegenbalg, Bartholomäus. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 14. Herzberg 1998, Sp. 452-461 ; Gensichen, Hans-Werner: Art. Ziegenbalg, Bartholomäus. In: Biographical Dictionary of Christian Missions. Hg. von Gerald H. Anderson. New York 1998, S. 761-762 ; Gröschl, Jürgen: Missionaries of the Danish-Halle and English-Halle Mission in India 1706-1844. In: Halle and the Beginning of Protestant Christianity in India. Vol. 3. Communication between India and Europe. Hg. von Andreas Gross, Y. Vincent Kumaradoss und Heike Liebau. Halle 2006, S. 1497-1498. ; Lehmann, Arno: Alte Briefe aus Indien. Unveröffentlichte Briefe von Bartholomäus Ziegenbalg (1706-1719), Berlin 1957 ; Ziegenbalg, Bartholomäus: Serving both soul and body: "The service of the body [is] connected with the service of the soul". In: Classic Texts in Mission and World Christianity. Hg. von Norman E. Thomas. Maryknoll, NY. 1998, S. 46-47 ; Jeyaraj, Daniel: Bartholomäus Ziegenbalgs Genealogie der malabarischen Götter. Edition der Originalfassung von 1713 mit Einleitung, Analyse und Glossar von Daniel Jeyaraj (= Neue Hallesche Berichte, 3). Halle 2003 ; Ziegenbalg, Bartholomäus: A German exploration of Indian society: Ziegenbalgs "Malabarian Heathenism". Chennai 2006 ; Ziegenbalg, Bartholomäus: Tamil language for Europeans: Ziegenbalgs "Grammatica Damulica" (1716). Wiesbaden 2010 ; Ziegenbalg, Bartholomäus: Bibliotheca Malabarica: Bartholomäus Ziegenbalgs Tamil library. Pondycherry 2012 ; Jeyarai, Daniel: Hindu-Christian epistolary self-disclosures: "Malabarian Correspondence" between German Pietist missionarries and South Indian Hindus (1712-1714). Wiesbaden 2013. ; Beyreuther, Erich: Bartholomäus Ziegenbalg und der ökumenische und missionarische Aufbruch des 17. Jahrhunderts. In: Frömmigkeit und Theologie. Gesammelte Aufsätze zum Pietismus und zur Erweckungsbewegung. Hg. von Erich Beyreuther. Hildesheim 1980, S. 107-139 ; Settgast, Ann-Charlott: Der Mann in Tranquebar. Ein Porträt des Bartholomäus Ziegenbalg. Berlin 1982/Moers 1987 ; Dharampal-Frick, Gita: Malabarisches Heidenthum: Bartholomäus Ziegenbalg über Religion und Gesellschaft der Tamilen. In: Missionsberichte aus Indien im 18. Jahrhundert. Ihre Bedeutung für die europäische Geistesgeschichte und ihr wissenschaftlicher Quellenwert für die Indienkunde. Hg. von Michael Bergunder (= Neue Hallesche Berichte. Quellen und Studien zur Geschichte und Gegenwart Südindiens, 1). Halle 1999 ; Sweetman, Will: The Prehistory of Orientalism. Colonialism and the Textual Basis for Bartholomäus Ziegenbalg's Account of Hinduism. In: New Zeland Journal of Asien Studies 6, 2004, S. 12-38 ; Scherl, Roland: Tranquebar. Bilder aus den ersten hundert Jahren lutherischer Mission in Indien. Drei Kurzbiographien nach alten Berichten. Durmersheim 2006 ; Liebau, Heike: Die indischen Mitarbeiter der Tranquebarmission (1706-1845): Katecheten, Schulmeister, Übersetzer (= Hallesche Forschungen, 26). Tübingen 2008 ; Liebau, Heike: Cultural Encounters in India: The Local Co-workers of Tranquebar Mission, 18th to 19th Centuries. New Delhi 2018.