den 5ten Nov. 1750.
An Herrn Lemcke zu Ebenezer.
Wohlehrwürdiger,
H[ertzlich] in dem HErrn u[nd] s[ehr] w[erther] Bruder
hertzlich geliebter Bruder in dem HErrn,
 
Da ich bey Ablaßung meines letztern
Schreibens an den Werthen Herrn Pastor Bol-
zius nicht Zeit gehabt auch an Sie einige
Zeilen abzulaßen, doch und
//so habe solches bey dieser Gelegen-
heit wol nachholen wollen, zu-
mal ich noch// ich noch 2. angenehme
Briefe von Ihnen unter dem 26sten Jul. 1749.
und 16ten Febr. 1750 zu beantworten habe.
Es sind mir dieselbe sehr angenehm gewesen, da
ich aus denselben nicht nur Ihr und der lieben
Ihrigen gutes Wohlseyn ersehen, sondern auch
deutlich wahrgenommen, wie der HErr Ihrem
Hertzen mit seiner Gnade nahe sey und Sie
insonderheit sowol zur Treue in dem eigenen Christen-
thum als auch an denen anvertraueten Seh.
Seelen immer kräfftiger erwecket, wofür ich den
Namen des HErrn hertzlich preise und wünsche,
daß er Ihnen ferner täglich und reichlich wohl-
thun und alsonderlich immer mehr in die Er-
fahrung seiner unendlichen Gnade und Barm-
hertzigkeit so hierinführen wolle, daß Sie recht
in dem Glauben an den Sohn Gottes leben und
aus dem Evangelio die rechte Krafft zu allem,
was die Ordnung der Gnade zur Erettung
der eigenen und anderer Seelen erfordert, reich-
lich hernehmen mögen; So daß die Erkenntniß
des eigenen Unvermögens an dem beständigen
Nehmen der Gnade um Gnade aus der Fülle
Jesu Christi das Hertz nicht abhalten, sondern
vielmehr das Verlangen und den Hunger
nach den reichen Heils-Schätzen, die uns von
Christo erworben sind, desto mehr schärffen und
erwecken möge. Ich freue mich //anbey auch darüber//, daß Sie bisher //ausser//
nicht nur //der Arbeit// an den Seelen der anvertraueten
Zuhörer treulich zu arbeiten, sondern auch im
äußern Ichder Gemeine immer nützlicher zu
werden suchen, welches dem Werthen Herrn Pastor
Bolzius zu mancher Erleichterung gereichen
kann. Ich sehe solches insonderheit aus dem,