EbenEzer den 20 Jul. 1748
 
Hochwürdiger Hochgelahrter Herr Doctor
In dem HErrn Jesu theuerster Herr Professor,
 
 
Zuförderst lege vor Euer Hochwürden mein Danckvolles Hertze
dar für Dero theuren Segens-Wunsch über meine getrof-
fene Verbindung mit meiner nunmehrigen Ehegehülffin, welchen
Dieselben in Dero hochgeehrtesten Schreiben von 18 Nov.
a. p. zu wiederhohlen die große Liebe und Gütigkeit gehabt
haben; ich bin dadurch bekräfftiget worden daß der barm-
hertzige Gott Gedancken des Friedes auch über mich armen
hat, welcher Deroselben Gemüth in Liebe und Freundlichkeit
wie zu unser gantzen Saltzburgischen Gemeine, also auch in-
sonderheit zu mir, der ich mich doch nicht anders als für den aller-
geringsten und unwürdigsten halten kan, geneiget hat, ich wünsche
vermögend zu seyn meinen Sinn und Gedancken welche ich bey
Durchlesung des hochgedachten Briefes hatte und noch habe aus-
drücken zu können; mein Hertz stieg in Demuth zu Gott und dancke-
te dem der mein geringes und unvollkommenes Schreiben also
gesegnet hatte, daß dadurch eine Freude bey Euer Hochwürden
hat können erwecket werden, was kan ich wol mehr wünschen,
als so was mit meinen Briefen zu verursachen, sintemahlen
 
 
Herrn D. Frankens Hochwürden