Vorsorge, die er in dieser so mißlichen Sache geoffen-
bahret hat, demüthigst zu preisen. Das ist ia wol
gewiß ein großer Trost (wie wir auch diesmahl erfahren
haben) daß Gott Gebet und Flehen erhöret ia auch
das Verlangen der Elenden und das Lallen der Kinder
an diese von Gott uns vorgeschriebene wol recht tröstliche
Ordnung, Hülffe zu finden, halten wir uns in allen
andern schwehren Umständen, dergleichen sich noch immer-
dar äusern und wo Gott sein Werck hat, auch nicht
ausbleiben. Ob nun wol, diese gemeldte Prüfung überstanden ist,
wofür Gott ist, wofür Gott von manchen redlichen Seelen in der
Gemeine, sonderlich nach erlangter beßer Erkäntniß von der Neger-
Sache, gelobet worden ist, so finden sich doch noch andere, die theils
die gantze Gemeine theils einzeln Familien betreffen, und nicht weniger
manchen Kampf erwecken. Die Liebe zur Welt, die Lust des Fleisches
und schädliche Bauch-Sorge hat einigen ihre Hertzen, die doch noch
wohl zu recht kommen könten, so eingenommen, daß sie auf
allerley ihren Seelen nachtheilige Veränderungen gedencken, und nicht
erwegen was ihnen Gott an diesen Orte sonderlich für geistliche
Wohlthaten erzeiget. Nun wir können auch mit dieser Sache nirgends
hin, als zu Gott, der wolle helffen. Er erhalte dieienigen unter uns , so
ihm angehören, und bewahre sie vor den Ubel. Er thue nach seiner großen
Barmhertzigkeit noch andere hinzu die da seelig werden amen.
Wir grüßen alle von Hertzen und empfehlen uns, in Dero fernern theursten Fürbitte
womit in aller Hochachtung verharre
Eurer Hochwürden
zu Gehorsam ergebenster
H. Heinrich Lemcke.