An den Ohio river hat man bemerkt, daß ehemals Städte und Flecken da gestandten haben, man hat Kirchen
places of worship und Gottesäcker //bemerkt//, und die ehemaligen Einwohner sollen Künste und Wissenschaften getrie-
ben haben wie die Denkmale davon zeugen. Daher wurde der Schluß gemacht, daß ehedem schon Revolutio-
nen in Amerika gewesen seyn müssen. Die Indianer haben keine Nachricht davon geben können, sonst
haben sie die Tradition fortgepflantzt daß bei alt EbenEzer 6 Meilen von den jetzigen EbenEzer eine
Schlacht gehalten worden sey wo 40 000 Mann geblieben wären. Die Bemerkung am Ohio Fluß ist richtig,
sie ward in der öffentlichen Zeitung bekannt gemacht. An den Missisippi Fluß haben sich viel Deutsche
niedergelassen, die auch einen Prediger unter sich haben. Sonst wohnen auch Franzosen Engelländer Hollän-
der und Spanier an jenem Fluß. Das Land soll überaus fruchtbar und die dasige deutschen Leute von
Vermögen seyn. Diese Nachricht habe ich von einem Manne der dort gewesen ist, und sich jetzt in den Eben-
Ezerischen District aufhält. Manche hiesige Leute wollten auch dorthin ziehen. Sie sind aber durch die Ge[fah]r
die damit verbunden ist, abgeschreckt worden. Es ist an jenem Fluß viel heisser als hier, die DonnerWetter
sind heftiger und öfterer als in Georgien. Wenn anders die Briefe angekommen sind, so habe ich Euer Hochwürden
gehorsamst um Bibeln, Gesangbücher und Artzeney gebethen, alles wird jetzt von der EbenEzerischen Gemeine
bezahlt. Ich glaube aber, daß es bey dem noch fortwährenden SeeKriege sehr schwer seyn wird etwas zu über-
senden. Die GemeinGlieder haben nicht gar inständigst darum ersucht. Ich habe die Sache nicht ohne Gebeth und
Ueberlegung unternommen. Die Subscriptionen zeigen von der Richtigkeit der Bezahlung. Die Äußerung
wegen den Commentariis Mathew Henry und Dr. Joachim Lange ist mit Einschränkung anzunehmen.
Henry hat sehr sinnreiche Gedanken und feine Ausdrücke. Lange hat so viele NebenDinge in seinem Bibel-
werck, das für unsere Zeiten unbrauchbar ist, er hat so viel aus andern Auslegern ausgeschrieben daß das
Werk ohne Noth vergrößert worden ist. Henry wird zu allen Zeiten brauchbar, aber die ehemalige Streitigkeiten
die zu Langens Zeiten waren müssen der Vergessenheit übergeben werden. So ist es mit Rambachs Auslegungen
der Schrift, was er selbst bey seinen Lebzeiten herausgab ist gar anders, als was andere nach seinem Tode
dem Publicke übergaben. Durch die übertriebenen Lobsprüche, die kein christlicher Mann vertragen kann raubt
man Gott die Ehre von dem das Gute allein kommt, das von Menschen gestiftet wird. Es ist jetzt hier alles
so theuer, daß ich mir kein englisches Buch kauffen kann, weil diese auch insgemein 3 [bis] 4 mahl the[urer]
sind, als deutsche Schriften, die man hier nichts mehr //achtet//, wenn sie auch die englischen überträfen. In Savannah
ist eine LeseBibliothek angerichtet worden, wo man Bücher über manche Fächer der Wissenschaften haben kann.
In den Schulen wird der Jugend die amerikanische Freyheit eingeprägt, die hält man leider! vor wichtiger
als Bibellesen. Die vereinigten Staaten sind durch die französische Revolution sehr bevölckert worden.
Die Volksmenge soll jetzt zu 6 Millionen angewachsen seyn. Unter Washinton's und Adam's Regie-
rung hatten wir gute Zeiten. Den ersten sahe ich in Savannah 1791. Er empfing mich mit der Hand
und hieß mich niedersetzen, und sprach einige Worte, dann kamen andere Gentlemen wo die Rede
unterbrochen ward, wo ich //mich// seiner Wohlgewogenheit empfahl, und wieder heim gieng. Ich hatte eben da-
mals in Savannah Geschäfte. Er besuchte des Sonntags keine andere als die Bischöflichen Kirchen, weil
er in dieser ReligionsVerfassung aufgebracht war. Den andern John Adams habe ich nur im Portrait
gesehen. Der jetzige President Thomas Jefferson hat viel Gutes versprochen, und ich bin verpflichtet für
ihn zu bethen. –
places of worship und Gottesäcker //bemerkt//, und die ehemaligen Einwohner sollen Künste und Wissenschaften getrie-
ben haben wie die Denkmale davon zeugen. Daher wurde der Schluß gemacht, daß ehedem schon Revolutio-
nen in Amerika gewesen seyn müssen. Die Indianer haben keine Nachricht davon geben können, sonst
haben sie die Tradition fortgepflantzt daß bei alt EbenEzer 6 Meilen von den jetzigen EbenEzer eine
Schlacht gehalten worden sey wo 40 000 Mann geblieben wären. Die Bemerkung am Ohio Fluß ist richtig,
sie ward in der öffentlichen Zeitung bekannt gemacht. An den Missisippi Fluß haben sich viel Deutsche
niedergelassen, die auch einen Prediger unter sich haben. Sonst wohnen auch Franzosen Engelländer Hollän-
der und Spanier an jenem Fluß. Das Land soll überaus fruchtbar und die dasige deutschen Leute von
Vermögen seyn. Diese Nachricht habe ich von einem Manne der dort gewesen ist, und sich jetzt in den Eben-
Ezerischen District aufhält. Manche hiesige Leute wollten auch dorthin ziehen. Sie sind aber durch die Ge[fah]r
die damit verbunden ist, abgeschreckt worden. Es ist an jenem Fluß viel heisser als hier, die DonnerWetter
sind heftiger und öfterer als in Georgien. Wenn anders die Briefe angekommen sind, so habe ich Euer Hochwürden
gehorsamst um Bibeln, Gesangbücher und Artzeney gebethen, alles wird jetzt von der EbenEzerischen Gemeine
bezahlt. Ich glaube aber, daß es bey dem noch fortwährenden SeeKriege sehr schwer seyn wird etwas zu über-
senden. Die GemeinGlieder haben nicht gar inständigst darum ersucht. Ich habe die Sache nicht ohne Gebeth und
Ueberlegung unternommen. Die Subscriptionen zeigen von der Richtigkeit der Bezahlung. Die Äußerung
wegen den Commentariis Mathew Henry und Dr. Joachim Lange ist mit Einschränkung anzunehmen.
Henry hat sehr sinnreiche Gedanken und feine Ausdrücke. Lange hat so viele NebenDinge in seinem Bibel-
werck, das für unsere Zeiten unbrauchbar ist, er hat so viel aus andern Auslegern ausgeschrieben daß das
Werk ohne Noth vergrößert worden ist. Henry wird zu allen Zeiten brauchbar, aber die ehemalige Streitigkeiten
die zu Langens Zeiten waren müssen der Vergessenheit übergeben werden. So ist es mit Rambachs Auslegungen
der Schrift, was er selbst bey seinen Lebzeiten herausgab ist gar anders, als was andere nach seinem Tode
dem Publicke übergaben. Durch die übertriebenen Lobsprüche, die kein christlicher Mann vertragen kann raubt
man Gott die Ehre von dem das Gute allein kommt, das von Menschen gestiftet wird. Es ist jetzt hier alles
so theuer, daß ich mir kein englisches Buch kauffen kann, weil diese auch insgemein 3 [bis] 4 mahl the[urer]
sind, als deutsche Schriften, die man hier nichts mehr //achtet//, wenn sie auch die englischen überträfen. In Savannah
ist eine LeseBibliothek angerichtet worden, wo man Bücher über manche Fächer der Wissenschaften haben kann.
In den Schulen wird der Jugend die amerikanische Freyheit eingeprägt, die hält man leider! vor wichtiger
als Bibellesen. Die vereinigten Staaten sind durch die französische Revolution sehr bevölckert worden.
Die Volksmenge soll jetzt zu 6 Millionen angewachsen seyn. Unter Washinton's und Adam's Regie-
rung hatten wir gute Zeiten. Den ersten sahe ich in Savannah 1791. Er empfing mich mit der Hand
und hieß mich niedersetzen, und sprach einige Worte, dann kamen andere Gentlemen wo die Rede
unterbrochen ward, wo ich //mich// seiner Wohlgewogenheit empfahl, und wieder heim gieng. Ich hatte eben da-
mals in Savannah Geschäfte. Er besuchte des Sonntags keine andere als die Bischöflichen Kirchen, weil
er in dieser ReligionsVerfassung aufgebracht war. Den andern John Adams habe ich nur im Portrait
gesehen. Der jetzige President Thomas Jefferson hat viel Gutes versprochen, und ich bin verpflichtet für
ihn zu bethen. –