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Titelaufnahme

Titel
Wolfram von Eschenbach: Willehalm. Fragment.
VerfasserWolfram von Eschenbach
Ort / DatumEnde 14. Jh.
Umfang / Format2 Bl.; 29 x 21,2 cm
SpracheDeutsch
Anmerkung
Die als Einband genutzten Blätter sind am linken und unteren Rand beschnitten worden. Die Abschrift der Verse ist bruchstück- und fehlerhaft. Jede Seite enthält zwei Spalten von ursprünglich 36 Versen, wobei die zwei untersten Verse jeder Spalte vollständig fehlen. Von allen Versen der ersten Spalte der Vorderseite und von fast allen Versen der zweiten Spalte der Rückseite fehlt der Schluss. Die Handschrift wird von mehreren großen roten Initialen verziert. Außerdem sind die Anfangsbuchstaben der Verse und viele Eigennamen durch rote Striche gekennzeichnet. Verglichen mit dem Umfang der originalen Handschrift, könnte die hier vorliegende Handschrift insgesamt 96 Blätter in elf oder zwölf Lagen enthalten haben.
Signatur AFSt/H P 3
Besitzende EinrichtungFranckesche Stiftungen zu Halle. Archiv
Literatur
Öhler, Franz: Fragment des Wilhalm von Orleans von Wolfram von Eschenbach. In: Serapeum. Zeitschrift für Bibliothekswissenschaft, Handschriftenkunde und ältere Literatur 19 (1849), S. 298-304
Schmidt, Johannes: Die Manuscripte der Waisenhaus-Bibliothek. In: Programm der Lateinischen Hauptschule in Halle für das Schuljahr 1875-1876, Halle 1876, S. 17-22, hier S. 17f.
Schmidt, Johannes: Bruchstücke einer neuen Handschrift von Wolframs Willehalm. In: Zeitschrift für Deutsche Philologie 8 (1877), S. 227-238
Zwier×ina, Konrad: Notiz. In: Anzeiger für deutsches Altertum und deutsche Literatur 13 (1887), S. 188f
Schröder, Werner und Schanze, Heinz: Neues Gesamtverzeichnis der Handschriften von Wolframs 'Willehalm', in: Anzeiger für deutsches Altertum und deutsche Literatur 91 (1961/62), S. 201-226, hier S. 217 (Nr. 47)
Wolfram von Eschenbach, Willehalm. Hg. v. Wolfgang Schröder. Berlin/New York 1978, S. LVIf.
Bushey, Betty C.: Nachträge zur 'Willehalm'-Überlieferung. In: Studien zu Wolfram von Eschenbach. Festschrift für Werner Schröder zum 75. Geburtstag. Hg. v. Kurt Gärtner und Joachim Heinzle. Tübingen 1989, S. 359-380, hier S. 373
Bastert, Bernd: Helden als Heilige. Chanson de geste-Rezeption im deutschsprachigen Raum (Bibliotheca Germanica 54). Tübingen/Basel 2010, S. 467, 476
Klein, Klaus: Beschreibendes Verzeichnis der Handschriften (Wolfram und Wolfram-Fortsetzer). In: Wolfram von Eschenbach. Ein Handbuch. Hg. v. Joachim Heinzle. Berlin/Boston 2011, Bd. II, S. 941-1002, hier S. 982, 1000
Klosterberg, Brigitte, Winterer, Christoph: Allemanische Fragmente in Sachsen-Anhalt. In: "Das Ganze im Fragment". Handschriftenfragmente aus kirchlichen Bibliotheken, Archiven und Museen. Hg. im Auftrag der Altbestandskommission der kirchlichen Bibliotheksverbände von Allessandra Sorbello Staub. Petersberg 2015, S. 81-83.
URNurn:nbn:de:gbv:ha33-1-198879 
Zusammenfassung

Die Seiten in Kleinfolio enthalten Verse aus dem Willehalm von Wolfram von Eschenbach.

Links
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Archiv METS (OAI-PMH)
IIIF
Klassifikation

 

Wolfram von Eschenbach: Willehalm. Fragment. Pergament, zwei unvollständige Blätter

Der Willehalm des Wolfram von Eschenbach (um 1160/80–um/nach 1220) zählte im Mittelalter zu den am weitesten verbreiteten deutschsprachigen Versepen. Die beiden Pergamentfragmente im Archiv der Franckeschen Stiftungen gehören zu einer Abschrift, die Ende des 14. Jahrhunderts entstanden ist, also bereits lange Zeit nach der Abfassung des Werks gegen 1210–1220. Über die Herkunft der Fragmente ist lediglich bekannt, dass Franz Oehler (1817-1866), ein Lehrer der Lateinischen Hauptschule der Franckeschen Stiftungen zu Halle, in der Zeitschrift Serapeum 1849 angab, sie "auf zwei pergamentenen Umschlageblättern eines wahrscheinlich dem Kloster Berge bei Magdeburg angehörigen Buches" gefunden zu haben. Wie die Sprache des Fragments verrät, war der Kopist ein Alemanne. Fragmente aus demselben Codex befinden sich in der Universitätsbibliothek Basel.
Auf der ersten Seite des Fragments ist die Klage der zum Christentum konvertierten Gyburg über ihre von Christen getöteten heidnischen (gemeint sind: muslimischen) Verwandten überliefert.

Literatur: Oehler, Franz: Fragment des Wilhalm von Orleans von Wolfram von Eschenbach. In: Serapeum. Zeitschrift für Bibliothekswissenschaft, Handschriftenkunde und ältere Literatur 10, H. 19, 1849, S. 298-304. (letzter Zugriff: 05.05.20); Schmidt, Johannes: Bruchstücke einer neuen Handschrift von Wolframs Willehalm. In: Zeitschrift für deutsche Philologie 8, 1877, S. 227-238. (Zugriff: 04.05.20); Handschriftencensus. Marburger Repertorium. Deutschsprachige Handschriften des 13. und 14. Jahrhunderts. (letzter Zugriff: 04.05.20); Klosterberg, Britta, Winterer, Christoph: Alemannische Fragmente in Sachsen-Anhalt. In: "Das Ganze im Fragment". Handschriftenfragmente aus kirchlichen Archiven und Museen. Hg. im Auftrag der Altbestandskommission der kirchlichen Bibliotheksverbände v. Alessandra Sorbello Staub, bearb. v. Christoph Winterer. Petersberg 2015, S. 81-83 (Faksimile der Fragmente S. 82-83).