II. Die von unseren Brüdern in denen Engli-
schen Missionen und von andern Freunden dieses
Werckes eingelaufene Condolenz Schreiben.
1. Herr Missionarius Kiernander //in Cudulur// schreibet d. d. 14 Januarii also.
Nachdem eben heute in mir selbsten mir die Todten Posau-
ne das memento mori starck geblasen und mir hat alles
aus der memorie entrissen, daß nur noch übrig blieb eine
gantz schwache meditation meiner Schwachheit, und wie das
Grab da sey mit einem Seufzerlein Kyrie eleison: und ich
kaum wieder recht zu mir selbst gekommen, auf andere
Materien die von mir und meiner Haupt-Sache remotae
sind zu meditiren: so muß von Ihnen meine theureste Brü-
der, die so schmertzhaft als unvermuthete Trauer-Post hören
von dem Abschiede unsers theuresten Bruders HErrn
David Poltzenhagen, welches mein innerstes recht beweg-
lich durchgedrungen. Allein, was soll ich hierbey sagen.
Ab eo ad me ipsum me avocat indigentia mea. Von
ihm ist nicht nöthig vieles zu sagen: Er ist vollendet.
Bey mir selbsten aber, und in meiner ungewissen, dar-
um mit schnellen Schritten zu Ende eilenden Pilgrim-
schaft ist materie gnug, die klagenswürdig ist, Trug
er nicht seine Sele in seinen Händen, auch sonderheit
recht behutsam, da er von uns Abschied nahm und
nach Nicobar die Reise antrat? Selig wer so reiset.
Sed quod opus est verbis ubi rerum testimonia adsunt.
Hat er nicht also bey uns gelebet, daß sein Leben es
schon bezeuget und vest gestellet, daß er nicht gestor-
ben, sondern bey Gott lebe, als ein treuer Knecht der
sein anbefohlnes Amt ausgerichtet, und zu der Ruhe
seines Herrn eingegangen? Requiescat in pace.
O! HErr Jesu, wenn ich doch endlich auch diese Beute
davon tragen mögte, sonst will ich nichts verlan-
gen. Aber wahrlich, es muß erst recht gestritten und
gefochten seyn, bis es zum überwinden kommt, sonst
ist an keinen Frieden noch Ruhe zu gedencken. Ich lieg
im Streit, und wiederstreb; Hilf o HErr Christdem //mir//
Schwachen, an deiner Gnad allein ich kleb, du kannst
mich stärcker machen, kommt nun Anfechtung her, so
Nachdem eben heute in mir selbsten mir die Todten Posau-
ne das memento mori starck geblasen und mir hat alles
aus der memorie entrissen, daß nur noch übrig blieb eine
gantz schwache meditation meiner Schwachheit, und wie das
Grab da sey mit einem Seufzerlein Kyrie eleison: und ich
kaum wieder recht zu mir selbst gekommen, auf andere
Materien die von mir und meiner Haupt-Sache remotae
sind zu meditiren: so muß von Ihnen meine theureste Brü-
der, die so schmertzhaft als unvermuthete Trauer-Post hören
von dem Abschiede unsers theuresten Bruders HErrn
David Poltzenhagen, welches mein innerstes recht beweg-
lich durchgedrungen. Allein, was soll ich hierbey sagen.
Ab eo ad me ipsum me avocat indigentia mea. Von
ihm ist nicht nöthig vieles zu sagen: Er ist vollendet.
Bey mir selbsten aber, und in meiner ungewissen, dar-
um mit schnellen Schritten zu Ende eilenden Pilgrim-
schaft ist materie gnug, die klagenswürdig ist, Trug
er nicht seine Sele in seinen Händen, auch sonderheit
recht behutsam, da er von uns Abschied nahm und
nach Nicobar die Reise antrat? Selig wer so reiset.
Sed quod opus est verbis ubi rerum testimonia adsunt.
Hat er nicht also bey uns gelebet, daß sein Leben es
schon bezeuget und vest gestellet, daß er nicht gestor-
ben, sondern bey Gott lebe, als ein treuer Knecht der
sein anbefohlnes Amt ausgerichtet, und zu der Ruhe
seines Herrn eingegangen? Requiescat in pace.
O! HErr Jesu, wenn ich doch endlich auch diese Beute
davon tragen mögte, sonst will ich nichts verlan-
gen. Aber wahrlich, es muß erst recht gestritten und
gefochten seyn, bis es zum überwinden kommt, sonst
ist an keinen Frieden noch Ruhe zu gedencken. Ich lieg
im Streit, und wiederstreb; Hilf o HErr Christ
Schwachen, an deiner Gnad allein ich kleb, du kannst
mich stärcker machen, kommt nun Anfechtung her, so