setzte sie sich auf die Tisch-schwelle
Besen in die Arme, faltete ihre Hände zusammen, und sunge
das Verslein, welches sie aus dem Spruchbuch in der Schule
gelernet: Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst
bist du, an dem wir wachsen und kleben, und bringen Frucht
dazu etc:, welche Worte sie öffters wiederholet, und ihre
Mutter, da sie von ihr deßwegen gefragt wurde, erklähre-
te, was daß vor eine Gnade sey, daß uns der Herr Jesus seine
Reben und sich den Weinstock nennete. Daraus konte man
sehen womit dieses Kindes Hertz auch bey der Arbeit be-
schäfftiget wäre. Wie nun der Herr sein Werck in dieser
zarten Seelen so herlich angefangen hatte, so gefiel es
auch seiner Wei
und sie von dieser argen Welt hinweg zu reißen, damit
sie nicht wieder verführet würde. Zwar gefiel es ihm
auch, ihr zu ihrer Lauterung eine sehr schmertzhafte Kranck-
heit zu zuschicken, dabey aber seine Liebe und Treue sich herrlich
//an ihr// erwiese, und sie vollends zur Ewigkeit zubereitete.
Am Sonabend, d. 12 April, überfiel sie ein starker Frost, und
darauf kriegte sie große Schwulst, eben wie das vorige
Kind, dabey sie sehr hefftige Schmertzen im Leibe und Haupte
empfinden muste. Bey allen diesen Zufällen des Leibes //aber//