Extract aus Herrn Pastor Lemkes Brief an Pasche dat Januar.
8ten 1767.
„__ Dabey wünsche herzlich mehreres geschrieben zu haben, oder doch
noch an Ihro Hochwürden den theuresten Herrn Hoffprediger und Herrn Doctor Fran-
cken schreiben zu können. Weil aber Zeit und Kräfte wegen einer
schweren doch nun durch göttliche Hülfe überstandenen Kranckheit
(Angina vera seit dem ersten Advent.) nicht gehabt, so werde ohne
Zweifel gütigst entschuldiget werden. Unter den vielen kranck seyn
in unserm Hause und in der Gemeine hat zu meiner großen
Erquickung und Trost vielmahl gedienet, daß ich alles annehmen
und ansehen darf und soll als aus der Hand des himmlischen
Vaters, und daher glauben kann, daß wo man sich nur seine Wege
wohlgefallen läßt, auch alles gutgehen müße. ___ Die Kranck-
heiten haben zwar unter den Leuten und auch in unserer Gemeine
etwas nachgelaßen, sie sind aber doch noch gemeiner als sie sonsten
pflegen zu seyn. Verschiedene sind durch diese züchtigende Hand Gottes
zu einem seligen Ende theils mehr und würdig zubereitet worden
theils auch erst zur wahren Buße gebracht, so denn zum Lobe Gottes
und zum Trost seiner Knechte und Kinder dienen muß. Viele, ja
wohl die meisten kehren sich aber an keine Strafen, welches hingegen
zu bedauren __ als in Parenthesi muß doch anführen, daß 16
Erwachsene und 15 Kinder das vorige Jahr unter uns verstorben
sind, und also der HErr unserer noch geschonet, keine junge Leute,
wie an andern Orten geschehen, unbereitet in die Ewigkeit versezt,
sondern sie wieder laßen gesund werden __
„Gedencke noch zum Beschluß, daß mich um meines schwächlichen
Leibes willen, auch wegen der Mannigfaltigkeit der Geschäfte und
noch an Ihro Hochwürden den theuresten Herrn Hoffprediger und Herrn Doctor Fran-
cken schreiben zu können. Weil aber Zeit und Kräfte wegen einer
schweren doch nun durch göttliche Hülfe überstandenen Kranckheit
(Angina vera seit dem ersten Advent.) nicht gehabt, so werde ohne
Zweifel gütigst entschuldiget werden. Unter den vielen kranck seyn
in unserm Hause und in der Gemeine hat zu meiner großen
Erquickung und Trost vielmahl gedienet, daß ich alles annehmen
und ansehen darf und soll als aus der Hand des himmlischen
Vaters, und daher glauben kann, daß wo man sich nur seine Wege
wohlgefallen läßt, auch alles gutgehen müße. ___ Die Kranck-
heiten haben zwar unter den Leuten und auch in unserer Gemeine
etwas nachgelaßen, sie sind aber doch noch gemeiner als sie sonsten
pflegen zu seyn. Verschiedene sind durch diese züchtigende Hand Gottes
zu einem seligen Ende theils mehr und würdig zubereitet worden
theils auch erst zur wahren Buße gebracht, so denn zum Lobe Gottes
und zum Trost seiner Knechte und Kinder dienen muß. Viele, ja
wohl die meisten kehren sich aber an keine Strafen, welches hingegen
zu bedauren __ als in Parenthesi muß doch anführen, daß 16
Erwachsene und 15 Kinder das vorige Jahr unter uns verstorben
sind, und also der HErr unserer noch geschonet, keine junge Leute,
wie an andern Orten geschehen, unbereitet in die Ewigkeit versezt,
sondern sie wieder laßen gesund werden __
„Gedencke noch zum Beschluß, daß mich um meines schwächlichen
Leibes willen, auch wegen der Mannigfaltigkeit der Geschäfte und