nehmen suchen. Wir müssen ja , weil im Christenthum
kein stillestehen kein stillestehen platz findet, wenn wir nicht zurück-
kommen wollen, //bestän-
dig fortgehen und weiter kommen//, oder wenigstens vergessen was dahinten
ist und uns ausstrecken nach dem, das vorne ist,
daß wir, wenn wir auch in Demuth und Beschei-
denheit unser eigen Zunehmen nicht erken[nen],
doch we unser gantzes Verlangen dahin gerichtet
seyn, daß wir täglich zunehmen und in allen Stü-
cken und wachsen mögen an dem der das Haupt ist,
nemlich Christum. Dahingegen auch dem andern Theil,
wenn uns Gott die Gnade thut, daß er uns
immer weiter führet und es auch uns zu unserer
Versicherung mercken lässet, unser Hertz sich gar
sehr zu hüten hat, daß es sich dessen nicht erhebe
sondern Gott dafür zwar hertzlich dancke, aber auch
ihm gantz alleine die Ehre gebe und sich davon nichts
als was //den noch mehreren Wachsthum// des Wercks Gottes in uns hindern kann
zuschreibe. Nun der HErr sey gelobet, der sein
Werck denn auch in Ihnen bisher treulich fort-
gesetzet und den Sinn in Ihnen gewircket sich dem-
selben zu fernerer Bearbeitung hinzugeben, da-
mit er dasselbe in Ihnen immer mehr vollen-
den und Sie zu einem Werckzeug auch bey
andern sein Werck anzurichten, zu gründen, fort-