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was Sie in dem letzteren Briefe von den äuße-
ren Dingen gemeldet haben. Was die Samlung
der Naturalien betrifft, so ist es meine Meynung
nicht Ihnen dadurch eine Last aufzulegen zum
Nachtheil Ihres eigentlichen Haupt-Geschäfftes, wenn
Sie aber, ohne etwas nöthigeres darüber zu versäu-
men, Ihr Gemüth unter der Hand mit darauf
richten können dasjenige, was Sie unter der
Hand //bey Gelegenheit// und öffters von ohngefehr finden, da
von Sie dencken, daß es sich für die Naturalien
Cammer schicke, und zu colligiren und darnach
einmal miteinander zu übersenden, so wird
//mir// solches sehr angenehm seyn. Wie denn unter den
vorigen übersandten Curiosis manches gewe-
sen, so auf der Naturalien-Cammer gantz
nützlich ist. Da ich auch immer willens gewesen,
an den Herrn Meier einige Zeilen zu schreiben und
denselben, weil er Ihnen in manchen Stücken bräuch-
lich ist, dadurch noch mehr zu ermuntern, so ha-
be solches dermalen in dem beygehenden Briefe
thun wollen, welchen ihm nebst meinem hertzli-
chen Seegens-Wunsch zuzustellen bitte.
Was die Desideria bey dem dortigen Müh-
lenberg Mühlen-Werck betrifft, so werde dar-
auf dencken, daß ich Ihnen ein und anderes
nützliches Buch vom Mühlen-Bau in dem näch-
sten Kasten zu übersenden //könne//, weil es wohl schwer
halten wird, daß sich ein hiesiger Mühl-Bau
Verständiger aus der Beschreibung der dorti-
gen Mühlen einen hinlänglichen Begriff ma-
chen, und sehen könne, woran es eigentlich
fehle.
Ubrigens ist es mir sehr angenehm gewe-
sen, daß die //hiesige// Arzeneyen bey diesen und ienen
Umständen in Ihrem Hause nützliche Dienste
gethan und insonderheit Ihrer Werth Frau
Liebste und kleinem Töchterlein wohl bekommen
sind, zu deßen Geburth ich Ihnen bereits werde
gratulirt haben und wünsche ich nochmals
zu deßen Erziehung allen göttlichen Segen von
Herzen an, der ich schließlich, unter treuer Erlas-
sung in den Schutz des HErrn, allstets verharre
E[uer]
Halle den 5ten Nov 1750.
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