Das viele gute so der HErr mir hier erzeiget hat, ist einer mit der triffstigsten
Gründe, daß mein Hertz und Mund stets vom Lobe und Dancke Gottes überfließe.
Es verursachet mir eine beständige Freude, so offt mich erinnere wie
der HErr alles so weißlich und gütig regieret; sintemahl meine Zeit
hier in London mir eine recht gesegnete Zeit durch die Gnade Gottes
gewesen. Auch was meine äusern Umstände anbelangen, so sind
mir gewiß viele Vortheile bey diesen Auffenthalt zu gewachsen,
wovon der Nutzen sich künfftig am besten noch zeigen wird.
Die englische Sprache ist mir nun auch nicht mehr so sehr unbekant,
was vor Nutzen und Vortheile dieses in den Umgang mit den englischen
Leuten auf den Schiffe geben kann, ist leicht zu erachten.
Meine Haupt-Geschäffte so ich hier getrieben bestehen demnach in der
Betrachtung und Ubung des Wortes Gottes und in der Erlernung der
englischen Sprache; das übrige verdienet nicht angemercket zu werden.
Was aber von Gottes Seiten mir vor gutes erzeiget, solches ist unschätzbahr,
so daß ich daher billig sage: wer wolte einen solchen gütigen Gott nicht
lieben, der die Quelle seiner Gnade und sein väterliches Hertz so weit
gegen die Menschen öffnet, und zwar eben dazu daß wir sollen hinan-
gezogen werden zu Gott und mit Glauben und Liebe ihn wieder umfaßen.
Zu welchen Gedancken die Betrachtung des grösten Geboths in den heutigen
Evangelio mir hauptsaglich Anlaß gegeben hat. So kann ich nun
nicht anders als den lieben der meine Seele so hertzlich liebet.
An den Herrn Senior Urlsperger habe ich ietzo auch geschrieben.