Unterweisungen, die auf mancherley Weise in meinem Leben bisher
genoßen habe, und deßen mich der Geist Gottes bey meinem besondern
und allgemeinen Beruf offt erinnert, desto mehr nach zu leben,
indem mir Dero rechtschaffener Sinn, der sich über nichts mehr
freuet, als über die gesegneten Früchte des von Denenselben so
wol als andern ausgestreuten Saamen des Wortes Gottes,
wohl bekandt ist, und der mir auch bis diese Stunde, so o[fft] mir
denselben vorstelle, einen tieffen Eindruck giebt, also daß ich
aus eigener Erfahrung weiß, wie ungleich gegebene Lehren tief-
fer dringen, die mit einem guten Beyspiel begleitet werden, als
denen es daran mangelt. Ich müste aber auch kein Fünklein redlicher
Liebe zu meinem Heilande, dem Freunde der Menschen Seelen, haben,
wenn ich nicht täglich bemühet wäre, die so offt bemerckte Untreu
gründlich abzuthun und in dem Dienst unsers Gnädigen HErren
tüchtiger zu werden; und kan ich disfals nicht umhin zum Preise
deßelben anzuführen, daß ich sein starckes und liebreiches treiben
und ziehen ie länger ie mehr inne werde, und seinen großen
Ernst in dem Werck unserer Seeligkeit mit Verwunderung, [S]cham
und Demüthigung doch auch nicht ohne Erweckung und Trost im
Geiste anzusehen gewürdiget werde. Er sey für alle seine
Barmhertzigkeit gelobet in Einigkeit. Wie mögen doch die
Lehrer zurechte kommen die von Christo nicht geleitet werden?
Wie mögen sie sich doch verhalten gegen die Boßhafftigen