reden aber auch dawieder allenthalben, wenn und wo wirs nöthig finden.
In dem gedachten Bethanien wohnen Leute von den 3 Schwäbischen Trans-
porten, die vor einigen Jahren ins Land kommen sind und wenige andere. Diese
haben daselbst ein eigenes Häuslein gebauet, worinnen ihnen dann und
wann geprediget wird, sonderlich des Mittwochs. Sie haben auch eine
eigene Schule, weil es manchen zu weit ist, nach EbenEzer ihre Kinder
zu schicken, worein wir um deswillen gern gewilliget haben. Ordent-
licher Weise kommen diese Leute in die Jerusalems Kirche, wenn öffent-
licher GottesDienst gehalten wird.
Da ich nun vor dieses mal abbrechen muß, so thue von meiner Wenigkeit
nur noch dieses hinzu: Es ist mir ein großer Trost und Erquickung, daß
wir einen Gott haben, der Sünden vergiebt, und der auch mir um Christi
willen alle meine Sünden vergiebt; O welchen Trost und Stärcke giebt
das! unter den Leiden, bey der Arbeit, beym Gebet, bey der Hand-
lung des Wortes Gottes, bey der gantzen Führung des Amts und
Christenthums, da noch so vieles vorgehet, daran ja das heilige Auge
Gottes keine Gefallen haben kan, und wofür man bey Bemerckung
deßelben erschrickt. Es hat daher im leiblichen gehen mögen, wie
es gewolt, so habe ich doch aus dem Grunde einer lebendigen Uber-
zeugung meiner gäntzlichen Unwürdigkeit Ursach gehabt zu sagen:
HErr, ich bin viel zu gering aller Barmhertzigkeit und aller Treue, die
Du an Deinem Knecht, dem unwürdigsten unter Deinen Knechten, ge-
than hast. Jedoch preise ich auch den himmlischen Vater, zu dem wir uns
in Christo mit aller Freudigkeit nahen dürffen, daß er uns solche geistliche
Väter in dieser Welt geschenckt, zu denen wir einen freyen Zugang in
allen unsern Anliegen haben. Euer Hochwürden haben uns Dero väterliche
Liebe und unverdiente Gewogenheit bis daher disfals reichlich genießen laßen,
und da Sie unsern Mangel an Artzeneyen und Büchern gewust, selbigen
im vorigen Jahr mit göttlicher Hülffe abermal hinlänglich abgeholffen,
wofür Denenselben hertzlichen und demüthigen Danck sage. Der HErr vergelte
Ihnen alle Liebe hier und in Ewigkeit! Ich verharre mit innigster Hochachtung
In dem gedachten Bethanien wohnen Leute von den 3 Schwäbischen Trans-
porten, die vor einigen Jahren ins Land kommen sind und wenige andere. Diese
haben daselbst ein eigenes Häuslein gebauet, worinnen ihnen dann und
wann geprediget wird, sonderlich des Mittwochs. Sie haben auch eine
eigene Schule, weil es manchen zu weit ist, nach EbenEzer ihre Kinder
zu schicken, worein wir um deswillen gern gewilliget haben. Ordent-
licher Weise kommen diese Leute in die Jerusalems Kirche, wenn öffent-
licher GottesDienst gehalten wird.
Da ich nun vor dieses mal abbrechen muß, so thue von meiner Wenigkeit
nur noch dieses hinzu: Es ist mir ein großer Trost und Erquickung, daß
wir einen Gott haben, der Sünden vergiebt, und der auch mir um Christi
willen alle meine Sünden vergiebt; O welchen Trost und Stärcke giebt
das! unter den Leiden, bey der Arbeit, beym Gebet, bey der Hand-
lung des Wortes Gottes, bey der gantzen Führung des Amts und
Christenthums, da noch so vieles vorgehet, daran ja das heilige Auge
Gottes keine Gefallen haben kan, und wofür man bey Bemerckung
deßelben erschrickt. Es hat daher im leiblichen gehen mögen, wie
es gewolt, so habe ich doch aus dem Grunde einer lebendigen Uber-
zeugung meiner gäntzlichen Unwürdigkeit Ursach gehabt zu sagen:
HErr, ich bin viel zu gering aller Barmhertzigkeit und aller Treue, die
Du an Deinem Knecht, dem unwürdigsten unter Deinen Knechten, ge-
than hast. Jedoch preise ich auch den himmlischen Vater, zu dem wir uns
in Christo mit aller Freudigkeit nahen dürffen, daß er uns solche geistliche
Väter in dieser Welt geschenckt, zu denen wir einen freyen Zugang in
allen unsern Anliegen haben. Euer Hochwürden haben uns Dero väterliche
Liebe und unverdiente Gewogenheit bis daher disfals reichlich genießen laßen,
und da Sie unsern Mangel an Artzeneyen und Büchern gewust, selbigen
im vorigen Jahr mit göttlicher Hülffe abermal hinlänglich abgeholffen,
wofür Denenselben hertzlichen und demüthigen Danck sage. Der HErr vergelte
Ihnen alle Liebe hier und in Ewigkeit! Ich verharre mit innigster Hochachtung
Euer Hochwürdengehorsamst ergebenster
H. Heinrich Lemcke