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Nr. 13 PhJ. Spener an A.H. Francke 10.10.1691

entfernet. 3. Wäre gelegenheit an der kirche und studierenden zugleich zu arbeiten. 4. Vor der theologorum verfolgender wuth 11 ist man da mensch­licher weise sicherer, ob ich wol gäntzliche befreyung von aller Widrigkeit des cleri zu versprechen nicht getraue, aber versichre, daß höhere hand diesen

3o zu compesciren vermag; und es das ansehen gewinnet, ob wolte Gott die Churfiirstlichen lande zum refugio anderer betrangten und rechtschaffenen machen. Bitte also die sache vor dem angesicht des Herrn und in seiner forcht hertzlich zu überlegen, und da er das werck, wie ich hoffe, von Gott zu sein erkennet, ohne Verzug hieher zu kommen. 12 Der Herr führe ihn allezeit nach

35 seinem rath, und nehme ihn zur freude seiner kinder und der feinde schaam mit ehren an.

Wormit in deßen H. führung und segen erlaßende verbleibe Meines wehrten Herrn und geliebten Bruders zu gebet und Christlicher liebe williger 40 Ph[ilipp] Jfacob] Spener D. Mppria

Berlin in großer eil den 10. Oct. 1691.

Herrn Herrn M. August Hermann Francken, wolverdientem prediger des Evangelii an der Gemeinde zu Erffurt.

Bemühung um ein geistliches Amt war ein Grundsatz seiner und auch Speners Berufsauffassung (vgl. Francke, Streitschriften, 197ff; Kramer 1, 97-99; zu Spener vgl. K.v. Orde, Zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Kirche Christi. Philipp Jakob Speners Gutachtertätigkeit bei der Neubeset­zung der Hofpredigerstelle in Hessen-Darmstadt im Jahr 1687, in: PuN 21, 1995, 104-130).

10 Vgl. Anm. 1.

11 Spener dürfte hier sowohl die Leipziger (vgl. Briefe Nr. 1-6) als auch die Erfurter (vgl. Briefe Nr. 1112) Gegnerschaft Franckes im Blick haben.

12 Dies war bereits die dritte Einladung Franckes nach Berlin (Francke, Streitschriften, 198). Francke verließ Gotha dennoch erst am 22.10. und hielt sich bis nach dem 2.11.1691 noch in Halberstadt auf (s. Brief Nr. 14, Z. 2-7 und Anm. 1).

13 Tatsächlich ging der Brief nach Gotha, wo Francke sich zu diesem Zeitpunkt aufhielt.