Nr. 16 AM. Francke an Ph.J. Spam 16. 1. 1692
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Herr Schräder Pastor zu Könnern 36 ist samt dem Past[or] von Beißen Herrn Brand 37 (des Schulcollegen zu Quedlinburg 38 ) und dieses letzteren Frauen und Tochter 39 , an denen beyden, ob wol nicht an dem Manne, etwas gutes 75 gefunden, zu uns kommen, will den Seidenbecher 40 mir zustellen soll ihn bey Gelegenheit widerschicken, er wolte aber auch gern den millenarium S. 41 lesen.
Wenn das Manuscriptum des Kopkii 42 über den Psaltfer] 43 könte mir auff einige wochen vertrauet werden, geschehe mir damit auch eine sonderliche ho
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Johann Wolfgang Rhodius (1658-1723), die in Abschriften im AFSt/H dokumentiert sind. 1723 verfaßte er auf Anregung Franckes einen ausfuhrlichen autobiographischen Bericht (vgl. H.L. Nehrlich, Erlebnisse eines frommen Handwerkers im späten 17. Jahrhundert. In Verbindung mit dem Archiv der Franckeschen Stiftungen zu Halle hg. R. Lächele, Halle 1997 [Hallesche Quellenpublikationen und Repertorien, 1]).
36 Caspar Bartholomäus Schräder (gest. 23.3.1700), seit 1679 Oberpfarrer an St. Wenzeslaus in Könnern (Dreyhaupt 2, 825; Auskunft Pfarrerkartei der KPS). - Schräder, der Francke 1688 kennengelernt hatte, hielt sich am 11. und 20.1.1692 in Halle auf (Kramer, Beiträge, 63. 169. 172).
37 Johann Brand (1637-4.1.1708), geb. in Calbe; 1666 Lehrer in Calbe, 1672 Pfarrer in Unterpeißen bei Aisleben (DBA 133, 274; Dreyhaupt 2, 945; Pfarrerbuch KPS 2, 15). Brand hatte Francke mit seiner Familie am 11.1. besucht (Kramer, Beiträge, 169).
38 Die Formulierung ist nicht eindeutig. Möglicherweise meint Francke, daß Johann Brand mit dem in Halle ebenfalls bekannten Gottfried Brand, „Collega Scholae Septimus" aus Quedlinburg, verwandt ist (Briefe Gottfried Brands an Francke im AFSt/H, C 270: 1—2). Der Lehrer Brand gehörte zu dem Kreis um Johann Heinrich Sprögel (s. Brief Nr. 8, Anm. 10) in Quedlinburg (Schulz, 97. 192).
39 Johann Brand war seit 1667 verheiratet mit einer aus Calbe stammenden Frau Pflugmacher (Pfarrerbuch KPS 2, 15). Deren Lebensdaten und der Name der Tochter wurden nicht ermittelt.
40 Georg Lorenz Seidenbecher (1623—1663), Pfarrer in Unterneubrunn bei Eisfeld, 1661 wegen chiliastischer Lehren durch Herzog Ernst den Frommen von Sachsen-Gotha (s. Brief Nr. 156, Anm. 11) amtsentsetzt (Arnold, UKKH, Teil IV, Sect. III, Num. XXIV= Ausgabe Frankfurt a.M. 1715, 2, 1089-1112; E.G.E. van der Wall, Chiliasmus sanctus. De toekomst- verwachting van Georg Lorenz Seidenbecher, NAKG 63, 1983, 69-83; J. Wallmann, Reich Gottes und Chiliasmus in der lutherischen Orthodoxie, in: ders., Theologie und Frömmigkeit, 105—123, hier 118—120). — Vermutlich ist eine der chiliastischen Schriften Seidenbechers gemeint. Außer dem im folgenden genannten Titel (s. Anm. 41) kommt hier in Frage: G.L. Seidenbecher, Problema theologicum de Regno Sanctorum in terris Millenario, octo rationibus adstructo, Amsterdam 1664.
41 G.L. Seidenbecher [unter dem Pseudonym Waremundus Freyburger], Chiliasmus Sanctus; qui est Sabbatismus populo Dei relictus. Das ist Schrifftmäßige Erörterung der Frage: Was von den Tausend Jahren in der Offenbahrung Johannis Cap. 20 und von denen so genandten Chiliasten heutigs Tages [...] zu halten sey [...], Amsterdam 1660 ( 2 1673).
42 Balthasar Köpke (7.6.1646—26.7.1711), geb. in Nennhausen bei Rathenow; 1665 Studium in Wittenberg und Jena, 1667 Informator in Bukow, 1671 Pfarrer in Fehrbellin und Tarnow, 1695 Inspektor und Pfarrer in Nauen (DBA 684, 180-193; ADB 16, 663-667; Jöcher EB 3, 670f; Pfarrerbuch Brandenburg 2/1, 435). — Köpke veröffentlichte mehrere Schriften mit Vorreden Speners (vgl. Grünberg Nr. 247, 252, 263, 266, 270).
43 Nicht ermittelt.