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Nr. /7 Ph.J. Spener an A.H. Francke 19.1.1692

20 Deßen güte preise auch, wie über dieses, also nicht weniger über geliebten Bruders eingang in Halle": da noch auß beiden brieffeii 12 alles gutes, und weniger Opposition, als ich vermuthet hette, erhellet: wiewol vielleicht an diesem künfftig nicht manglen, hingegen auch göttliche hülffe nicht ent­stehen 13 wird. Hie ist der pfarrer 14 supplicando eingekommen, weil er in

25 seiner hauptdefension seine Unschuld außzuführen getraue, daß man ihn nicht indefensum verstoßen wolte.' 3 Er wird aber hier wenig außrichten. Im übrigen habe nechste 16 post an Herrn D. Breithaupten geschrieben 17 , so auch communication wird gethan haben. Sehe gern wo wegen der Imagfinis] Pietismi 18 bald hand angeleget würde. 19

30 Daß auch zu Querfjurt] der Superintendent] Schwarzius 20 sich dem Pie- tismo opponirt 21 , ist ominös, und ist der dritte des nahmens, der sich dem wachsthum des guten widersetzet. 22 Der Herr gebe es ihnen zu erkennen.

Das zeugnus von Herrn Fuckeroth 23 hat mich sovielmehr gefreuet, weil er daher sovielmehr freundschafft halten wird, da hie einige davor gehalten

35 hatten, geliebter Bruder werde in studiis keinen schwehreren adversarium als diesen haben, nach dem er in allerley orientalibus sonderlich excellirt, und selbs die profession hätte praetendiren mögen. 24 Was wegen Herrn Wolters 23 geschrieben worden, setzet mich in nicht wenige sorge, werde mit Herrn Bartol 26 (der jetzt hier ist, und Sontag vor mich gepredigt hat)

34 /daher/.

11 S. Briefe Nr. 15, Z. 2-8 u. Nr. 16, Z. 37-48.

12 Briefe Franckes vom [9.] und 16.1.1692 (Briefe Nr. 15 und 16).

13 Fehlen, mangeln (DWB 3, 632f).

14 Franckes Vorgänger in Glaucha, Johann Richter (s. Brief Nr. 13, Anm. 6).

' 3 Supplik Richters an den Kurfürsten vom 15.1.1692 (s. Brief Nr. 13, Anm. 7).

16 Letzte.

17 Nicht überliefert.

18 Imago Pietismi (s. Brief Nr. 15, Anm. 13).

19 Zur Absicht, die Imago zu widerlegen, s. Brief Nr. 15, Z. 1215 und Anm. 15.

20 Johannes Schwarz (s. Brief Nr. 16, Anm. 30).

21 J. Schwarz, Theses theologicas (s. Brief Nr. 16, Anm. 30).

22 Außer Johannes Schwarz aus Querfurt dürften Josua Schwarz, der Generalsuperintendent von Schleswig und Holstein (1632-1709) (DBA 33, 208; Jöcher 4, 405f; Jakubowski-Tiessen, 52ff. 73f u.ö.), und Georg Schwarz (16511695), der zu dieser Zeit Pfarrer, Präpositus und Kon- sistorialassessor in Stargard war (Jöcher 4, 402; Heyden, Stargard, 60; B. Metz, Laurentius David Bollhagen und sein Gesangbuch, in: JLH 16, 1971, 177196, hier 178), gemeint sein.

23 Gottfried Vockerodt (s. Brief Nr. 16, Anm. 44).

24 Nach dem Erlaß über die Gründung der Universität vom 27.8.1691 war Vockerodt für eine Professur für Praktische Philos. vorgesehen (GStA PK HA I, Rep. 52, Nr. 159 n 3 a, 1686-1698, Bl. 335-338 [Entwurf], hier 336 r ; vgl. Dreyhaupt 2, 66; Schräder 2, 357-360, hier 358). Francke kam auf dieser Besetzungsliste noch nicht vor.

25 Christian Theodor Wolters (s. Brief Nr. 16, Anm. 20).

26 Ludwig Friedrich Barthol (gest. Aug. 1692), geb. in Mömpelgard; 1675 Studium in Tü­bingen; 1681 Aufenthalt in Frankfurt a.M., 1684 Französischlehrer in Duisburg, 1688 in Wesel; dann Pfarrer in Muskau/Lausitz (Matrikel Tübingen 2, 361; Spener an Petersen, 19.11.1681 und 2.10.1684, AFSt/H A 196: 220-228 u. 347-355; Spener an Johann Fritzsche, 5.4.1687, AFSt/H