Nr. /7 Pli.J. Spater an AM. Francke 19.1.1692
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darauß reden, worzu noch heut keine gelegenheit gehabt. Vielleicht möchte 4» mit der churfurstlichen Dfurchlaucht] 27 Herr Gr[af] von Callenberg 28 auch hieher kommen 29 , so hätte mündlich zu reden die gelegenheit. An Frau v. Reichenbach 30 aber werde ich schreiben.
Von Lüneburg warten wir mit verlangen was folgen werde. Und verlautet, es wären sowol die Fräulein von Aßeburg 31 (die nach Cell nachgeholet war 45 worden 32 ) alß Herr D. Petersen 33 wider nach Lüneburg dimittiret worden 34 : so eine gute anzeige sein mag. Indeßen wird vielleicht bekant sein, was vor eine schreckliche predigt Herr D. Meyer 35 dagegen gehalten und trucken laßen 36 :
41 /der churfurstlichen Djurchlaucht]/.
A 143: 5; Cons. 3, 379-381; LBed. 1, 384-386; 3, 263. 282f; Ph.J. Spener, Gründliche Beantwortung [s. Brief Nr. 87, Anm. 10], 177f; Blaufuss, 190).
27 Möglicherweise Johann Georg IV. (18.10.1668-27.4.1694), seit 1691 Kurfürst von Sachsen (DBA 608, 269; ADB 14, 384-386; NDB 10, 527f).
28 Kurt Reinicke II., Graf von Callenberg in Muskau (s. Brief Nr. 16, Anm. 21).
29 Eine Reise des sachsischen Kurfürsten nach Berlin ist im Rahmen von dessen vorübergehender Annäherung an Brandenburg denkbar, aber nicht nachweisbar (vgl. R. Koetzschke, H. Kretzschmar, Sächsische Geschichte. Werden und Wandlungen eines Deutschen Stammes und seiner Heimat im Rahmen der Deutschen Geschichte, Bd. 2, Dresden 1935, 73).
30 Wohl Maria Sophie von Reichenbach (s. Brief Nr. 16, Anm. 22).
31 Rosamunde Juliane von der Asseburg (s. Brief Nr. 15, Anm. 17).
32 Seit dem 5.1.1692 liefen im Konsistorium in Celle die Verhandlungen gegen das Ehepaar Petersen, die sich insbesondere um die Frage der Beurteilung der Offenbarungen von Asseburgs drehten. Von Asseburg wurde selbst zum Verhör gefordert und traf vermutlich am 8.1. in Celle ein (Matthias, 321ff).
33 Johann Wilhelm Petersen (1.6.1649-31.01.1727), geb. in Osnabrück; 1669 Studium in Rostock und Gießen; 1677 Prof. der Poesie in Rostock, 1677 Pfarrer an St. Ägidien in Hannover, 1678 Superintendent und Hofprediger in Eutin, 1680 Eheschließung mit Johanna Eleonora von Merlau (s. Brief Nr. 7, Anm. 46); 1686 Dr. theol. in Rostock, 1688 Superintendent in Lüneburg; im Ergebnis der Auseinandersetzungen um die chiliastische Lehre der Petersens und um die Offenbarungen der seit 1691 im Hause Petersen lebenden Frau von Asseburg (s. Anm. 31) 1692 Amtsenthebung und Ubersiedlung nach Niederndodeleben bei Magdeburg, später auf das Gut Thymer bei Zerbst, wo Petersen in seinen Publikationen weiterhin die Lehre von der Apokatasta- sis panton und chiliastische Anschauungen vertrat (DBA 944, 334-407; ADB 25, 508-515; RGG 4 6, 1154; TRE 26, 248-274; Matthias, passim; Das Leben Jo. Wilhehni Petersen, o.O. 1717 [Autobiographie]).
34 Die Verhöre waren am 11.1.1692 vorläufig abgeschlossen und Petersen wieder nach Lüneburg entlassen worden; das Gutachten der Universität Helmstedt sowie die Erstfassung des Urteils datieren vom 21.1.1692 (Matthias, 327).
35 Johann Friedrich Mayer (6.12.1650—30.3.1712), geb. in Leipzig; Studium in Straßburg und Leipzig (1668 Magister ebd.), 1672 Sonnabendprediger ebd.; 1673 Lic. theol. in Leipzig und Superintendent in Leisnig, 1674 Dr. theol.; 1679 Superintendent in Grimma, 1684 Prof. theol. und Praepositus substitutus der Schloßkirche in Wittenberg; 1686 Hauptpastor in Hamburg und Prof. honorarius theol. in Kiel, 1691 Oberkirchenrat des Königs in Schweden in seinen deutschen Provinzen; 1698 Oberkirchenrat der Äbtissin zu Quedlinburg (s. Brief Nr. 14, Anm. 2); 1701 Generalsuperintendent in Pommern und auf Rügen, Präsident des Konsistoriums, Theologus Primarius und Procancellarius der königlichen Akademie in Greifswald (DBA 838, 105—264; ADB 21, 99-108; Jöcher 3, 321-328; RGG 4 5, 941f; Grünberg 1, 241ff; Matrikel Leipzig, 281; V. Gummelt, Johann Friedrich Mayer. Seine Auseinandersetzung mit Philipp Jacob Spener und August Hermann Francke, Habil. [masch.], Greifswald 1996; D. Blaufuss, Der Theologe Johann