Nr. 33 Ph.J. Spater an AM. Francke 23.1. 1692

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wenig der ministrorum alhier, sondern theils mit dem Churfürsten 6 theils anderweiriich. Mir aber würde es alle zeit gelegen sein.

Wegen Luppii 7 solle wills Gott rath geschaffet werden, das auch solcher blahme 8 abgeholffen werden. Wegen des vermeinten von Berg 9 ist freylich der 20 betrug 10 gnugsam heraußgekommen: ja gar das wegen der heurath der Herr austrücklich befragt worden, so Frau D. Petersen 11 gegen jemand gestanden hat. Ach das doch Herr D. Petersen 12 sich bereden ließe, Herrn Wincklern 13 in causa revelationum 14 nicht zuantworten: Ich thue mein vermögen ihn zu persuadiren, vielleicht wo ich von andern secundiret würde, möchte etwas 25 zuerhalten sein.

Die nachricht wegen des sich vorthuenden göttlichen Segens bey der catechisation und sonsten insgesamt 15 , erfreuet mich hertzlich. Versichre mit ihnen in dem geist mich vor Gott zu vereinigen. Von allen werde ich niemand alß die Jfungfer] Wolffin 16 kennen, so es gelegenheit, bitte sie meiner liebe 30 und andenckens zu versichern.

Wegen Herrn D. Bilefelds 17 halte das außgesprengte ls vor eine pure lügen: Dann wo ein solches ärgernus außgebrochen wäre, würde die gottselige Für­stin 19 über den Mann keine solche freude und innigliches vergnügen bezeuget haben 20 . So meine ich auch nicht, das Herr D. Bielefeld so lang nur bey ihr 35 gewesen, das sie hätte ein Kind haben könen. In dem ich meine, das sie ja

20 blahme ] blasme: D. 25 /ihn zu persuadiren/.

6 Wo Friedrich III. (I.) von Brandenburg (s. Brief Nr. 18, Anm. 11) sich zu diesem Zeitpunkt aufhielt, wurde nicht ermittelt.

7 Andreas Luppius (s. Brief Nr. 32, Anm. 9).

8 Frz.bläme" (Tadel, Rüge, Mißbilligung), hier im Sinne des daraus abgeleitetenBlamage". Zu Luppius' Aktivitäten vgl. Brief Nr. 32, Z. 17-26 und Anm. 11.

9 Heinrich Wedda (s. Brief Nr. 29, Anm. 18).

1(1 Spener meint die Heirat mit Helena Lukretia von Asseburg unter falschem Namen und dem Schein frommen Lebenswandels (s. Briefe Nr. 29, Anm. 19, Nr. 30, Z. 41-52, Nr. 31, Z. 80-85 und Nr. 32, Anm. 6).

11 Johanna Eleonora Petersen (s. Brief Nr. 7, Anm. 46).

12 Johann Wilhelm Petersen (s. Brief Nr. 17, Anm. 33).

13 Johann Winckler (s. Brief Nr. 7, Anm. 5).

14 Gemeint ist Wincklers Entgegnung von 1692 auf Petersens Send=Schreiben an einige Theologos [...]/ Betreffend die Frage: Ob Gott nach der Auffahrt Christi nicht mehr heutiges Tages durch Goettliche Erscheinung den Menschen=Kindern sich offenbahren wolle [...] ? [...] aus dem Jahr 1691 (s. Briefe Nr. 17, Anm. 38 und Nr. 38, Anm. 45).

15 Vgl. Brief Nr. 32, Z. 27-37 und 45-54.

16 Vermutlich Sophia Tranquilla Wolff die Spener auf einer Durchreise von Pommern nach Halle in Berlin besucht hatte (s. Brief Nr. 17, Z. 60-62 und Anm. 43).

17 Johann Christoph Bielefeld (s. Brief Nr. 30, Anm. 24).

18 Das Gerücht, Bielefelds Frau habe bereits nach 18 Wochen des Ehestandes ein Kind be­kommen (s. Brief Nr. 32, Z. 96-99 und Anm. 41).

19 Elisabeth Dorothea, Landgräfin von Hessen-Darmstadt (s. Brief Nr. 30, Anm. 25).

20 Von einer sehr positiven schriftlichen Äußerung über Bielefeld durch Elisabeth Dorothea hatte Spener am 12.7.1692 berichtet (s. Brief Nr. 30, Z. 52-54).