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Nr. 33 Ph.J. Späterem A.H. Francke 23. 7. 1692

zu Wißmar gewesen, und er erst zu anfang dieses jahres dahin gereiset, auch daselbs hochzeit gehalten 2 ': Doch weiß es nicht eigenlich.

Herrn D. Meyers 22 schriffir habe durch Gottes gnade widerleget, und den

40 sieg der Wahrheit und Unschuld gewiesen: Werde es vielleicht nechst ediren 24 . Habe auch ein paar blätter wegen des Leipzigischen hinden angehängt, gegen die vertheidigung des Pietismi. 23 Wäre mir lieber mit anderem umzugehen. Jedoch hoffe sonderlich von der beantwortung Herrn D. Meyers den Vortheil pro publico, das klahr gezeigt wird, wie er in der streitigen sache selbs den

45 sieg überlaßen haben müßen, und darinen die Wahrheit nun ofFenlich gesieget habe. Sontags solte es zu Leipzig u. Dreßden hart wider mich gegangen sein, und ist an diesem letzten ort mein successor 26 mit solchem eiffer auff die cantzel gestiegen, das er sich kaum recht besann, und deswegen den anfang eines andern Evangelii verlesen, biß ers gewahr worden. Der Herr erbarme

50 sich derer, die da sie gelehrt gnug sind, doch gewiß nicht wißen, was sie thun. In deßelben heilige obhut u. regirung treulich erlaßende verbleibe

Meines Hertzlichgel[iebten] Herrn und Bruders zu gebet und liebe wil­liger

Phfilipp] J[acob] Spener D. Mppria 55 Berlin den 23. Jul. 1692.

Herrn D. Breithaupten 27 , Herrn M. Vockerod 28 u. Herrn Crophium 29 grüße

45 /offenlich/.

21 Tatsächlich war die Ehe in Merseburg geschlossen worden (s. Brief Nr. 32, Anm. 41).

22 Johann Friedrich Mayer (s. Brief Nr. 17, Anm. 35).

23 J.E Mayer, Mißbrauch der Freyheit der Glaeubigen zum Deckel der Bohsheit [...] (s. Brief Nr. 20, Anm. 34).

24 Ph.J. Spener, Sieg Der Wahrheit und der Unschuld/ Gezeiget in gruendlicher Beantwor­tung Herrn Joh. Friderich Mayers/ D. Letztren Schrifft unter dem Titul: Missbrauch der Freyheit der Glaeubigen zum Deckel der Bossheit, Coelln an d. Spree 1692 (Grünberg Nr. 286).

25I. Anhang" (Sieg der Wahrheit und der Unschuld, s. Anm. 24, 58-65) in Reaktion auf die Doppelte Verteidigung (s. Brief Nr. 26, Anm. 2). In einem der in der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen vorhandenen Exemplare der Schrift liegt die letzte Seite des 1. Anhangs (und weitere Seiten) von Spener handschriftlich vor (75 E 2, Nr. 7, unpaginierte Seiten mit Anhang 2 nach S. 64 sowie die letzten 4 [unpaginierten] Seiten der Vorrede an Johann Christoph Holtzhausen vom 23.8.1692).

26 Samuel Benedikt Carpzov (17.1.1647-31.8.1707), geb. in Leipzig; 1664 Studium in Leipzig (1666 Magister), 1668 Wittenberg, 1670 Prof. der Poesie ebenda, 1674 zweiter und 1678 erster Hofprediger in Dresden, 1681 Superintendent und Oberkonsistorialrat in Dresden sowie Dr. theol. in Wittenberg, 1692 Oberhofprediger in Dresden (DBA 180, 400-441; ADB 4, 25f; Jöcher 1, 1695f; Matrikel Leipzig, 60; Pfarrerbuch Sachsen 1, 127; 2, 101).

27 Joachim Justus Breithaupt (s. Brief Nr. 7, Anm. 36).

28 Gottfried Vockerodt (s. Brief Nr. 16, Anm. 44).

29 Johann Baptist Croph (s. Brief Nr. 20, Anm. 17).