Nr. 37 PhJ. Später an A.B.. Fnmckc 2. 8. 1692
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Herr Cammer R[ath] Kraut 8 wird nun bey ihnen seyn. Der Fromme Vater 10 gebe weißheit mit ihm jetzt umzugehen, wie es zum besten des publici nötig: An seine person selbs muß man ins künfftige gedencken. Herrn von Secken- dorfF 9 ankunfft retardirt sich nun, das die vocation 10 drauß auff der reise noch wartet underschrieben zu werden 11 . Gott befordere alles zu seinen ehren: Der gebe auch gnade zu der beantwortung der doppelten vertheidigung 12 , 15 da wol das hauptwerck sein wird, die ablehnung der armen Theologischen apologia 13 . Etwas beizutragen wüßte dißmal nicht. Meiner sache wird aber nicht nötig viel zu brauchen, indem ich in ein paar blättern zum anhang hinder den sieg der Wahrheit u. der Unschuld 14 wider D. Meyern 13 mich verantworte. Von D. Carpzjovs] 16 predigt 17 habe bereits gehöret, wundert mich 2(i aber nichts: Der arme mann kan nicht anders, biß ihn Gott mit gnädigen äugen ansehen wird. Den auffsatz von dem gebrauch gesetzes u. Evangelij 18 habe noch nicht durchsehen könen wegen morgender arbeit 19 . Will es fleißig lesen, und alles gern bemercken.
Ich bin eben in fast gleicher arbeit zu einer praefation einiger predigten 25 von der Seligkeit 2 ", so zu Franckfurt auff die meß herauß kommen solle.
Rudolph von Schweinitz (s. Brief Nr. 30, Anm. 5) (PhJ. Spener, Christlicher Leichpredigten Fünffte Abtheilung, Frankfurt a.M. 1696, 117-152; Henckel 1, 1-11; E. v. Friesen: Geschichte der reichsfreiherrlichen Familie von Friesen, Bd. 1, Dresden 1899, 181f; Boetticher 2, 858; Blaufuss, 147. 176).
8 Christian Friedrich von Kraut (s. Brief Nr. 13, Anm. 4).
9 Veit Ludwig von Seckendorf (s. Brief Nr. 1, Anm. 4).
111 Die Berufung Seckendorfs zum Kanzler der Universität Halle datiert vom 30.8.1692 (s. Brief Nr. 28, Anm. 11).
1 ' Der Aufenthaltsort des Kurfürsten zu diesem Zeitpunkt wurde nicht ermittelt.
12 Doppelte Verteidigung (s. Brief Nr. 26, Anm. 2). Zu Franckes Reaktion vgl. Brief Nr. 36, Anm. 14.
13 Die der Doppelten Verteidigung vorangestellte Antwort der theol. Fakultät Leipzig auf Franckes Apologia oder Defensionsschrift (s. Brief Nr. 27, Anm. 3).
14 PhJ. Spener, Sieg der Wahrheit und der Unschuld (s. Brief Nr. 33, Anm. 24). Im Anhang hatte Spener auf die der Doppelten Verteidigung vorangestellte Antwort der theol. Fakultät Leipzig auf Franckes Apologia geantwortet (s. Brief Nr. 33, Anm. 25).
13 Johann Friedrich Mayer (s. Brief Nr. 17, Anm. 35).
16 Vermutlich Samuel Benedikt Carpzov (s. Brief Nr. 33, Anm. 26).
17 Eine entsprechende Predigt Carpzovs ist nicht nachweisbar.
18 Vielleicht ist hier eine überarbeitete Version von Franckes Manuskript vom 10.6.1692 mit dem Titel „Gnade und Wahrheit" (s. Brief Nr. 30, Anm. 27), die Francke Spener vor dem 2.8. zugesandt haben müßte, gemeint: Es handelt von der Zurechnung vollkommener Gerechtigkeit im Glauben an Christus und dem daraus resultierenden Umgang mit dem Gesetz (vgl. Briefe Nr. 43, Anm. 1 und Nr. 79, Z. 43-45).
19 Predigt zum Bußtag (s. Anm. 1).
20 Die Seligkeit Der Kinder GOttes in dem reich der gnaden und der herrlichkeit/ in einigen predigten betrachtet in Berlin von Phil. Jacob Spenern/ D. [...] Samt einer Vorrede desselben von dem mißbrauch der freyheit deß Evangelii/ und dessen unterscheid von dem gesetz/ auch beyder gebrauch: und einem anhang eines andern Christlichen freundes Evangelischen Danck= und Denckmals, Frankfurt a.M. 1692 (Grünberg Nr. 61). Die Vorrede datiert vom 8.8., die Widmung vom 2.9.1692.