Nr. 46 PhJ. Später an A.H. Francke 23. 8. 1692
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palliativae 6 , und reißet die zugeheilete wunde stracks oder doch nach einiger zeit immer wider auff. Die größeste difficultet ist eben wegen eines theologi 15 oder theologorum. Dann außer landes zugehen u. jemand zu fordern, wird man viel bedencken haben, und weißt man auch kaum, wohin man sich adressiren solte. Hingegen in dem land gehets auch schwehr her. Ich sehe nicht auff wen es kommen könte, alß auff Herrn Propst Lütken 7 . Ob nun wol mir mehrere denselben offt wollen suspect machen, so scheinets doch, 20 das er in underschiedlichem die gedancken geändert, also das er sich gegen Herrn Meyern 8 , als er neulich bey ihm war, u. sehr lang mit ihm geredet, also heraußgelaßen, das er sich darüber verwundert. So wird auch in einer stärckern commission ein Mann, da er auch affecten brauchen wolte, nicht viel wider die gerechtigkeit außrichten können, sonderlich da Herr v. Secken- 25 dorff darbey ist, vor deßen autoritet sich andre fürchten: sodann wo er nichts außzurichten vernünfftig hoffen kan, wird er auch nicht eben gern mir sich widersetzen: wen man aber noch zu ihm nehmen könte, wird schwehr werden zu finden. In deßen wollen wir dem Herrn alles befehlen. ftlPI. 9
Daß Christian] Maximilian 10 nach Leipzig gethan worden 11 ist mir nicht 30 mißfällig, um der cur daselbs abzuwarten. Sie schreiben von dar, das die krankheit judicio medici von der verderbung des magens komme. 12 Was aber Herrn Laurentium 13 anlangt, ist mir soviel leider, das derselbe von ihm die krankheit bekommen haben solte. 14 Der Herr stärcke ihn wiederum kräfftig- lich. Herr D. Heiler 15 ist noch nicht hier angekommen. 16 Die zeit leidet jetzt 35 nicht viel, das auch nicht nachlesen kan, ob in deßen brieff alles beantwortet. Wormit der göttlichen huld, segen u. regirung treulich erlaßende verbleibe
Meines hertzlichgeliebten Bruders u. Herrn zu gebet und liebe williger
Ph[ilipp] Jjacob] Spener D. Mppria
Berlin den 23. Aug. 1692. 40
'' Lat. mildernde, nicht die Ursachen [einer Krankheit] beseitigende Maßnahmen.
7 Franz Julius Lütkens (s. Brief Nr. 44, Anm. 38).
8 Wohl Bartholomaus Meyer (s. Brief Nr. 7, Anm. 17).
9 Er wird es [wohl] machen (Ps 37,5b).
1(1 Christian Maximilian Spener (s. Brief Nr. 21, Anm. 8).
11 S. Brief Nr. 44, Z. 52-57.
12 Vgl. Rechenberg an Spener, 20.8.1692 (UB Leipzig, MS 0336, 175). Rechenberg nennt die Diagnose allerdings nicht, so daß Spener weitere, nicht nachweisbare Nachrichten aus Leipzig erhalten haben muß. - Bei dem von Rechenberg erwähnten Mediziner handelt es sich um Johann(es) Bohn(e) (20.7.1640-19.12.1718), geb. in Leipzig; nach dem Studium in Leipzig und Jena 1666 Dr. med. in Leipzig; 1668 o. Prof. der Anatomie und Chirurgie ebd., 1669 zudem Stadtphysikus; seit 1691 Prof. der praktischen Medizin und Decemvir der Universität, seit 1700 Decanus perpetuus (DBA 122, 98. 114f. NF 150, 32-35. 82; ADB 3, 81; Jöcher 1, 1190f; Zedier 4, 436).
13 Georg Michael Laurentius (s. Brief Nr. 32, Anm. 43).
14 S. Brief Nr. 44, Z. 57-61.
15 Günther Heiler (s. Brief Nr. 42, Anm. 30).
16 Heiler hatte zuvor Francke in Halle besucht (s. Brief Nr. 42, Z. 42f).