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Nr. 49 Ph.J. Später an AM. Francke 6. 9. U92
Wegen der brieffe betreffend die begeisterte mägd 9 , ist auch befohlen, wo sich von den Lanckischischen 10 auf?" dem jahrmarck 11 einfinden werde, vor- zufordern, u. zu erkundigen, von wem sie das exemplar bekommen 12 : zu
15 einem verbot kommt man ungerne, in dem es nur die curiositet incitiret. Daher auch hier, was schon gegen mich geschrieben, öffentlich verkaufft und herumgetragen worden, ich mich aber dagegen nicht moviret. Wo man aber auff den autorem 13 käme, versichre, das an ahndung nicht mangeln werde. Hartnacij so genante gratulation' 4 achte ich nicht viel beßer alß ein pasquill,
2» und ist mir leid, daß dergleichen heraußkommen, so der guten sache mehr schaden alß vortheil thut. Ich habe auch in appendice der antwort gegen Herrn D. Meyern 15 meinen mißfallen daran bezeugt. 16 Ist mir auch nicht lieb, das es mit dieser in der truckerey 17 so langsam hergehet. Im übrigen auff das vorige zu kommen, sehe ich nicht, wie sich wegen Herrn M. Rothen
25 schrifft 18 eher etwas thun ließe, biß die commission zustande kommet 19 : es wolte dann derselbe sobald eine nervöse refutation auffsetzen, und mit einem memorial hier einschicken, entweder ob man sie zu trucken vergönen [?]
9 Eigentliche Nachricht (s. Brief Nr. 38, Anm. 42).
10 Verlagshaus Lanckisch Friedrich II., Erben in Leipzig (s. Brief Nr. 39, Anm. 10 u. Brief Nr. 47, Anm. 9).
11 Der Herbstjahrmarkt fand in Halle traditionell am Tag der Geburt Mariae (8.9.) statt (Drey- haupt 2, 334. 435).
12 Der entsprechende kurfürstliche Befehl an die Magdeburger Regierung datiert vom 1.9.1692; tatsächlich wurde etwa vom 10. bis 21.9.1692 der Diener des Lanckischen Ladens, Christoph Kircheisen, in Halle zum Verhör festgehalten (GStA PK HA I, Rep. 52, Nr. 130, 1691-1726, Bl. 209. 212. 219. 221. 224).
13 Gabriel Christoph Marquart (1668-1693), geb. in Schleiz im Vogtland; 1687 Studium in Leipzig (1689 Magister) (DBA 806, 43lf; Matrikel Leipzig, 277; Jöcher 3, 202; EB 4, 774).
14 Gratulation anJ.Fr. Mayer (s. Brief Nr. 47, Anm. 5). 13 Johann Friedrich Mayer (s. Brief Nr. 17, Anm. 35).
16 Ph.J. Spener, Sieg der Wahrheit und der Unschuld (s. Brief Nr. 33, Anm. 24), „2. Anhang" (65f). — Spener äußert sein Mißfallen über die satirische Schrift unter Hartnacks Namen gegen J.Fr. Mayer, weil diese Art der Verteidigung der Heiligkeit der Sache, um die es geht, nicht entspreche.
17 Jeremias Schrey und Heinrich Johann Meyers Erben (s. Briefe Nr. 23, Anm. 9 u. Nr. 45, Anm. 7).
18 Eilfertiges Bedenken (s. Brief Nr. 36, Anm. 13).
19 Der kurfürstliche Befehl zur Einsetzung der Untersuchungskommission vom 26.7.1692 (s. Brief Nr. 36, Anm. 7) zielte zunächst auf die Beilegung der Streitigkeiten zwischen Francke und seinen Beichtkindern in Glaucha (vgl. Briefe Nr. 28ff). Inzwischen ging aufgrund eines Memorials Speners vom 12.8. (s. Brief Nr. 41, Z. 8—16) und Seckendorfs Bericht über die Situation in Glaucha bzw. Halle vom 19.8. (s. Briefe Nr. 44, Anm. 7 und Nr. 46, Anm. 4) die Entwicklung dahin, daß sich die Kommission den grundsätzlichen Auseinandersetzungen zwischen Francke und der Halleschen Stadtgeistlichkeit, für die der Streit mit Rotth symptomatisch war, widmen sollte. Das entsprechende kurfürstliche Commissoriale, in dem Seckendorf auch zum Vorsitzenden der Kommission ernannt wurde, erging am 6./16.9.1692 (ThStA Altenburg, Familienarchiv von Seckendorf, Nr. 1067, Bl. 215-218. 222 r . 223'; GStA PK HA I, Rep. 52, Nr. 159b, 1531-1699, Bl. 337-338 r . 363 [Entwurf] u. 339).