Nr. 49 Ph.J. Später an AM. Francke 6. 9. 1692

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wolte, oder das es doch hiesigen hohen orts zur exculpation dienete. Im übrigen muß der success der commission maaß geben.

Die brieffe 20 habe Herrn M. Schaden 21 zugestehet, es ist aber der gute 30 mensch der böttgergeselle 22 nur wenig tage hier gewest, u. hat keine arbeit erlangen können, daher er sich nach Breßlau gewendet haben wird.

Im übrigen habe zu vermelden, das wegen meines Chrfistian] Maximili­ans 23 mir geschrieben wird auß Leipzig, 24 das er durch Gottes gnade wider genesen 25 , der medicus 26 aber ihm nicht wider nach Halle rathen wolle, daher 35 Herr L. Rechenberg 27 gerathen nach Merseburg ihn zu thun, Herrn Cellarij 28 information zu genießen: daher meine haußfrau 29 an Herrn Saltzmann 30 deswegen geschrieben 31 , ob er bey ihnen in dem hause sein mögte, drauff sie noch antwort wartet. Bedancke mich indeßen der die zeit über erwiesenen treue, dero ihn länger zu genießen gewünschet hette, da seine meist angehal- 40 tene Unpäßlichkeit nicht eine änderung erfordert oder verursachet hätte. Herr Laurentius 32 muß auch so zu frieden gestellet werden, das er außer schaden seye: wünsche darbey, das er auch möge sich wiederum wol befinden. 33

Ob ihnen es bereits wißend seye, weiß ich nicht, also berichte, das unser Christliche Herr Barthol 34 , der seines Superintendenten 33 unbillichen trang- 45

28 /hiesigen hohen/ : (solchen). 40 da ] + (nicht).

20 Drei an Schade (s. Anm. 21) weiterzulebende Briefe, die Francke seinem Schreiben vom 3.9. beigelegt hatte (s. Brief Nr. 48, Z. 21f).

21 Johann Caspar Schade (s. Brief Nr. 19, Anm. 12).

22 Nicht ermittelt.

23 Christian Maximilian Spener (s. Brief Nr. 21, Anm. 8).

24 Nicht nachweisbar.

25 Zu Christian Maximilians Erkrankung s. Brief Nr. 44, Z. 5257.

26 Johann(es) Bohn(e) (s. Brief Nr. 46, Anm. 12).

27 Adam Rechenberg (s. Brief Nr. 1, Anm. 6).

28 Christoph Cellarius (22.11.16384.6.1707), geb. in Schmalkalden; Studium in Jena und Gießen, 1667 Prof. der heiligen Sprachen und der Moral in Weißenfels, 1673 Rektor in Weimar, 1676 Rektor in Zeitz, 1688 Rektor in Merseburg; 1693 Prof. historiae et eloquentiae und Direktor des collegii politiorum literarum in Halle (DBA 184, 175-197; ADB 4, 80f; Jöcher 1, 1796f).

29 Susanne Spener (s. Brief Nr. 15, Anm. 16).

30 Johann Jakob Saltzmann (29.3.1655-21.7.1707), geb. in Straßburg; 1670 Studium in Straß­burg, 1679 Dr. jur.; dann Stifts- und Regierungssekretär in Merseburg; mit Spener verwandt über dessen Mutter (Matrikel Straßburg 1, 364; 2, 532; Zedier 33, 1573. 1575f; Stammbaum Saltzmann, vh im Institut für personengeschichtliche Forschung Bensheim; zu seiner Frau und Tochter s. Brief Nr. 52, Anm. 29).

31 Der Brief ist nicht nachweisbar. In seinem Brief an Spener vom 7.9.1692 erwähnt Rechenberg, daß Christian Maximilian wegen erneuten Fiebers die Reise offenbar nicht antreten konnte (UB Leipzig, MS 0336, 176f, hier: 176 v ).

32 Georg Michael Laurentius (s. Brief Nr. 32, Anm. 43).

33 Zu Laurentius' Erkrankung s. Brief Nr. 44, Z. 57-61 u. Nr. 47, Z. 16-18.

34 Ludwig Friedrich Barthol (s. Brief Nr. 17, Anm. 26).

35 Martin Francisci (s. Brief Nr. 20, Anm. 29).