Nr. 66 Ph.J. Späterem AM. Francke 24. 12. 1692
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straffe geschehe, und er sich mit seiner gemeinde noch zur gnüge letze 13 : da ich hoffe, das in der wenigen Zeit sie soviel werden bekräfftigt werden, das nachmal sie auch seiner mit desto wenigerem schaden entrathen, und ihn von 50 sich eine andre gemeinde auch zuzubereiten laßen möchten. 2. das ihm nicht vor übel gehalten würde, wo einige studiosi sich auch nach Calbe begeben, u. daselbs seiner manuduetion gebrauchen wolten. Nun der Herr regire die gantze sache, wie ers zu seinen ehren u. der kirchen wolfahrt am verträglichsten befindet. Ich kan nun nicht vielmehr dabey thun als beten, und was der 55 Herr vollends fügen werde, erwarten: Es muß ja endlich recht u. gut werden, so wollen wir in hoffen u. still sein starck werden 16 . Das helffe er uns selbs. Wormit in göttliche treue gnaden obhut hertzlich erlaßende verbleibe Meines Hochgeliebten Bruders u. Herrn zu gebet u. liebe williger Ph[ilipp] J[acob] Spener D. Mppria 60
Berlin den 24. Dec. 1692.
Der Herr laße auch dieses einstehende fest denselben u. allen, die ihn lieben, voll trost, krafft, friede, liechts u. lobens werden.
Herrn D. Breithaupt 17 grüße ich hertzlich, und habe neulich seinen brieff empfangen. 18 65
Ist die Anna Maria Schuchartin, nach dem sie von dem rathhause dimittiret worden, bey ihnen geblieben oder nicht. 19
Unsre wehrte Frau Schwartzin ist nun hiehergekommen 20 , u. mit ihr Herr Crophius 21 , ist mir leid, das eben die Schweinitzische familie 22 jetzo nicht hier, sondern auff ihren gütern ist, wo die Frau Ludekin 23 ihren Verwalter 24 70 heurathet.
50 /mit/. 54 u. ] von: D.
15 Sich mit jmdm. letzen — sich gegenseitig verabschieden (DWB 12, 802—807, hier 805).
16 Jes 30,15.
17 Joachim Justus Breithaupt (s. Brief Nr. 7, Anm. 36).
18 Nicht überliefert.
19 Anna Maria Schuchart (s. Brief Nr. 22, Anm. 15) war wohl am 21.11. zur Unterweisung im Glauben und zur Kurierung durch Ärzte in das Rathaus in Halle gebracht worden (s. Brief Nr. 60, Anm. 23; vgl. Franckes Antwort in Brief Nr. 69, Z. 39-41).
20 Adelheid Sybille Schwarz (s. Brief Nr. 55, Anm. 16) war am 20.12. von Schloß Helfta aus nach Berlin gekommen (s. Brief Nr. 64, Anm. 20).
21 Johann Baptist Croph (s. Brief Nr. 20, Anm. 17).
22 Magdalene Sybille und Georg Rudolph von Schweinitz (s. Brief Nr. 37, Anm. 7 und Nr. 30, Anm. 5).
23 Nicht ermittelt.
24 Nicht ermittelt.