Nr. 96 Ph.J. Spcner an AM. Francke 15.1.1695

359

Herrn Langen erwarten wir nechster tage alhier von Wien 11 mit seinen Herrn abgesandten 12 , deßen successor 13 seine vocation nicht continuiren wollen (so zwahr in der vocation zugesagt gewesen) sondern einen andern 50 beruffen 14 . Ist also der liebe freund jetzo widerum außer dienst aber von dem dortigen auditorio mit größtem desiderio weggelaßen: doch wird Gott auch vor ihn sorgen. In deßen treue obhut, segen u. regirung mit geliebtester haußehre hertzlich erlaßende verbleibe

Meines hertzlichgeliebten Brüdern u. Hochg[e]l[obten] Herrn zu gebet 55 und liebe williger

Ph[ilipp] J[acob] Spener D. Mppria

Berlin den 15. Jan. 1695.

Der einmal an mich recommendirte Herr Postein 15 ist nie zu mir gekom­men. 60

Herrn Herrn M. August Hermann Francken Graecae und Orient[alium] linguarum profess[orij publhco] ordin[ario] und treueyffrigen pfarrherr zu Glauche. Glauche.

Slf | aber von dem dortigen auditorio mit größtem desiderio weggelaßen |.

11 Nikolaus Lange (s. Brief Nr. 7, Anm. 12) hatte erst am 25.12.1693 sein Amt als schwe­discher Gesandtschaftsprediger in Wien angetreten (s. Brief Nr. 90, Anm. 11).

12 Fredrik Wilhelm von Horn (s. Brief Nr. 90, Anm. 12).

13 Gabriel Graf Oxenstierna aus Stockholm, seit 1668 schwedischer Gesandter an verschiede­nen europäischen Höfen, von 1694 bis 1699 beim Kaiser in Wien (Repertorium der diplomati­schen Vertreter 1 [s. Brief Nr. 90, Anm. 12], 483. 485. 487. 490. 495f. 498).

14 Nicht ermittelt.

15 Paul Postel, Kaufmann aus Danzig (s. Brief Nr. 98, Z. 47-49; Briefe Posteis an Francke aus den Jahren 1695 bis 1715 in SBPrKB, Nachlaß Francke, Kaps. 17,1/5: 1. 3. 5-10; AFSt/H D 42: 264-267; vgl. Th. Wotschke, Der Pietismus im alten Polen, in: Deutsche Blätter in Polen 6, 1929, 461-486, hier 463-465).