Nr. 98 A.H. Franckc an Ph.J. Spener 16.2. 1695

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Des Obrfisten] Pfuhls 25 Sachen werden verhoffentlich recht überkommen 45 seyn, welche ich bald als es verlanget worden wieder zurück gesendet. 26

Der recommendirete Postel 27 ist wieder in Dantzig, hat daher an mich geschrieben 28 . Er und der Vater 29 sind Leute von gar feiner Erkentniß, sonst Kauffleute.

Meine Liebste 30 grüßet kindlich, kan ihr verlangen nach dem gütigst ver- so sprochenen buche 31 nicht bergen. Bitte ihrer nun sonderlich für dem Herrn zu gedencken, da wir in etlichen Wochen eine Entbindung vermuthen müßen, denn es schon die 37. Woche ist, daß sie der Herr gesegnet. Hiemit empfhele der treuen Vater=Hand Gottes verharrend

Mfeines] thfeuresten] Vaters im Herrn Gehorsamster] Sohn. 55

M. Afugust] Hjermann] Francke.

Glauche den 16. Feb. 1695.

Herr Seelig stud. theol. 32 von denen die in Pensilvan[iam] gereiset 33 hat ihren Lauff nun heraußgeschrieben 34 , und ist Gott über ihre wunderbahre Führung und Erhaltung sehr zupreisen. 60

Dem Hochwürd[igen| In Gott andächtigen] und hochgelahrten Herrn, Herrn Philipp Jac[ob] Spenern der H. Schfrifft] D. Churfürstlich Branden­burgischen Consistforial] Rath und Probsten In Berlin.

einzurichten; Spener urteilte, die Schrift enthalteviele unwidersprechliche aber harte wahr- heilen" (s. Brief Nr. 101, Z. 76-79, Zitat Z. 79).

23 Georg Ehrenreich von Pfuel (s. Brief Nr. 85, Anm. 3).

26 Zum Vorgang vgl. Brief Nr. 96, Z. 24-47.

27 Paul Postel (s. Brief Nr. 96, Z. 59f und Anm. 15).

28 Nicht überliefert.

29 Heinrich Postel, Kaufmann in Danzig (vgl. Heinrich Postel an Francke, Danzig, 26.3.1695 und 6.1.1696, SBPrKB, Nachlaß Francke, Kaps. 17,1/5: 2 u. 4; Th. Wotschke, Der Pietismus im alten Polen [s. Brief Nr. 96, Anm. 15], 462-464).

30 Anna Magdalena Francke (s. Brief Nr. 81, Anm. 24).

31 Wohl Ph.J. Spener, Der evangelische Glaubenstrost, den Spener Francke schon Ende 1694 hatte zukommen lassen wollen (s. Brief Nr. 95, Z. 7279 und Anm. 14).

32 Johann Gottfried Seelig (s. Brief Nr. 21, Anm. 14).

33 Zu den am Anfang der 90er Jahre nach Pennsylvania Ausgewanderten gehörten z.B. Johann Kelpius (s. Brief Nr. 21, Anm. 14), Anna Maria Schuchart (s. Brief Nr. 22, Anm. 15) sowie Daniel (s. Brief Nr. 12, Anm. 22) und dessen Bruder Justus Falckner (vgl. A.G. Roeber, Der Pietismus in Nordamerika im 18. Jahrhundert, in: GdP 2, 666699, hier 677).

34 [J.G. Seelig], COPIA Eines Send=Schreibens auß der neuen Welt/ betreffend Die Erzehlung einer gefahrlichen Schifffarth/ und glücklichen Anländung etlicher Christlichen Reisegefehrten/ welche zu dem Ende diese Wallfahrt angetretten/ den Glauben an JEsum CHristum allda auß- zubreiten [...], o.O. 1695 (datiert Germantown, 7.8.1694). - Die Verfasserzuschreibung folgt nach freundlichem Hinweis von Prof. Dr. Friedrich de Boor, Halle, der entsprechenden Angabe bei Sachse, Curieuse Nachricht (s. Brief Nr. 12, Anm. 22), 22, und nicht Sachse, German Pietists (s. Brief Nr. 12, Anm. 22), 299, Anm. 1.