Nr. 102 AM. Francke an Ph.J. Später 19. 3. 1695
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Archidiacfoni] zu S. Petri 4 , den ich hertzlichst grüße, und auff gut befinden darauß mit ihm zu reden bitte, geschehen könte. An meiner Seiten finde in der Sache keinen Anstoß, suche die Ehre Gottes und vieler Menschen Erbauung ohne einiges Menschen Schaden. Und laße mir es also auch gefallen, so es nicht der Wille des Herrn ist, anderer Hertzen dahin zu lencken. Solte dieses aber seye, wolte gebeten haben mir durch etwa einen studiosum, mit dem ich mich darüber abfinden wil, das Original accurate abcopiren zu laßen, welches Herr Döring in Händen hat, und mir copiam so cito als muglich zu senden, weil die Oster=Messe 5 alles fertig seyn muß. Einlagen 6 bitte ohn- schwer durch Herrn Müllern 7 bestellen zu laßen. Der Gnade Gottes von uns allen Empfholen. Verharre
M[eines] th|euresten] V[aters] in Chr[isto] Geh[orsamer] Sohn
M. A[ugust] H[ermann] Francke.
Glauche den 19. Mart. 1695.
P.S. Herrn M. Schaden 8 bitte ohnschwer wissen zu laßen, daß ich sein Schreiben heute gar wol erhalten 9 , der Herr sey seiner Seelen freundlich.
heit und Versicherung der Erhoerung des Gebets betreffend, Halle 1695 f 10 ' 1 ''1755; vgl. Francke- Bibliographie Nr. C 15.1—12 [mit Hinweisen auf Wiederabdrucke, auch auszugsweise, in anderen Werken Franckesj). Die 2. Aufl. erschien 1697 ohne das Kieler Responsum. Ab der 3. Aufl. (1698) lautet der Titel „Schrifftmaessige Anweisung recht und Gott wolgefaellig Zu beten/ Nebst einer Anfrage An die Hochl. Theol. Fac. Zu Kiel und deren RESPONSO, Die Gewißheit und Versicherung der Erhoerung des Gebets betreffend" (vgl. Anm. 2).
4 Lukas Heinrich Thering (Döring) (18.1.1648-4.3.1722), geb. in Stendal; 1666 Studium in Helmstedt, 1672 Feldprediger, 1673 Hilfsprediger an St. Marien in Stendal; 1676 Diakon an St. Petri in Berlin, 1691 Archidiakon ebd. (DBA 1265, 275; Pfarrerbuch Brandenburg 2/2, 885; Zedier 43, 1223—1225). — Thering bewahrte die „Facti species" von Ludecus mit der Antwort der Kieler theol. Fakultät (s. Anm. 2) auf, weil er die Anfrage — wohl um nach dessen Tod das Bild von Ludecus und vielleicht auch von sich selbst als Beichtvater (?) zurechtzurücken - offensichtlich selbst nach Kiel gerichtet hatte (vgl. Zedier 43, 1225).
5 Wohl die Leipziger Ostermesse (14.4.-27.4.1695, vgl. zu den Leipziger Messen Brief Nr. 5, Anm. 2).
6 Nicht überliefert.
7 Johann Müller, Speners Famulus (s. Brief Nr. 86, Z. 3f).
8 Johann Caspar Schade (s. Brief Nr. 19, Anm. 12).
9 Nicht nachweisbar.