Nr.nO PhJ. Später an A.H. Frauke 19.10.1695
411
ern 57 , sodann die predigten von der widergeburt 58 . Sie helffen mir erbeten, das der liebste Vater solche zu einiger rettung seiner Wahrheit u. der seelen erbauung segnen wolle. Ich halte darvor, ich werde nun eine Zeitlang com- 175 munis fabula in Teutschland sein, in dem man aller orten mit großer begierde auff meine Verantwortung gewartet. Hoffe mich aller convitiorum enthalten zuhaben: jedoch habe nothwendig, sonderlich in vor= und nach=rede, sowol ihr gewißen empfindlich rühren, als den mißbrauch ihres gemachten credits starck angreiffen müßen. Hoffe Christliche hertzen werden nicht übel dar- 1 ho von urtheilen.
Hiemit denselben, samt wehrter Frau Gevatterin 39 (die der Vater über alles was kinder heißet 60 , noch mal zu frölicher kindsmutter mache 61 ) und lieben Kind 62 , auch übrigen haußgenoßen in göttliche huld, segen u. regirung empfehlende verharre 185
Meines wehrtesten Herrn Gevfatters] u. Bruders zu gebet u. liebe williger
Ph[ilippj J[acob] Spener D. Mppria Berlin den 19. Oct. 1695.
Herrn D. Breith[aupt] 63 u. Herrn L. Anton 64 grüße ich hertzlich im Herren. 190
PhJ. Spener, Aufrichtige Übereinstimmung (s. Brief Nr. 107, Anm. 5).
58 PhJ. Spener, Der hochwichtige Articul Von der Wiedergeburt/ Dero Ursachen/ Mittel/ Art/ Pflichten/ Wuerden/ Kennzeichen und uebrigen dahin gehoerigen materiell/ [...] In LXVI. Wochen=Predigten der Christlichen Gemeinde zu S. Nicolai in Berlin/ [...] vorgetragen/ [...], Frankfurt a.M. 1696 (Grünberg Nr. 63). — Die Widmung an Eberhard Balthasar von Danckelmann datiert vom 24.7.1695.
5 '' Anna Magdalena Francke (s. Brief Nr. 81, Anm. 24).
60 Eph 3,15.
61 Zur Geburt Gotthilf August Franckes am 21.3.1696 s. Brief Nr. 118, Z. 9-11 und Anm. 9.
62 August Gottlieb Francke (s. Brief Nr. 99, Anm. 16).
63 Joachim Justus Breithaupt (s. Brief Nr. 7, Anm. 36).
64 Paul Anton (12.2.1661-20.10.1730), geb. in Hirschfeld in der Oberlausitz; Gymnasium in Zittau, 1680 Studium in Leipzig (1681 Magister, 1690 Lic. theol.), Informator der Kinder von Otto Menck; 1683 Kollegiat im großen Fürstenkollegium, begann 1686 mit Francke das Collegium philobiblicum; 1687 Reiseprediger des kursächsischen Prinzen Friedrich August (s. Brief Nr. 138, Anm. 6); 1689 Superintendent in Rochlitz, 1692 Kirchenrat und Hofprediger in Eisenach, 1695 Prof. theol. und kurfürstlich-brandenburgischer Konsistorialrat in Halle, 1698 Dr. theol.; 1709 Inspektor des Saalkreises (DBA 28, 242-258; ADB 1, 498; NDB 1, 319; Jöcher 1, 459-460; EB 1, 952-953; RE 3 1, 598-600; RGG 4 1, 575; Dreyhaupt 2, 576-577; Matrikel Leipzig, 8). - Anton, der am 13.9.1695 in Halle eingetroffen war (Annales, 386) und gemeinsam mit Francke und Breithaupt die entstehende Universität in der Ausrichtung auf Exegese, praktische Frömmigkeit und Polemik (Collegium anti-theticum universale fundamentale. [...] Anno 1718 und 1719 gehalten [...], hg.J.U. Schwentzel, Halle 1732) prägte, gilt von diesen dreien als derjenige, der besonderen Wert auf die Bindung an die Bekenntnisschriften legte und insofern gelegentlich eine Vermittlerposition einnahm. Er veröffentlichte als Reaktion auf die Ausführliche Beschreibung (s. Brief Nr. 81, Anm. 17) einen Ausführlicher[n] Bericht an den Durchlauchtigsten Fuersten und Herrn Johann Georgen zu Sachsen [...], Jena 1694. Seine erbaulichen Schriften