Nr. 126 Ä.H. Francke an Ph.J. Spener [31.] tO. 1696 471
126. A.H. Francke an Ph.J. Spener
Glaucha, [31.] Oktober 1696'
Inhalt
Breithaupt ist der Kommission zugeordnet. Visitation hat mit Befragung Franckes vor dem Konsistorium begonnen. Memorial an Paul von Fuchs soll zurückgenommen und beiliegendes Schreiben übergeben werden. Bittet um Information an Georg Rudolph von Schweinitz.
Überlieferung
A: AFSt/H D 88: 121
D: Weiske, Beiträge, 130-131
Theurester Vater in Christo, Hochwehrtester Herr Gevatter,
Es wird verhoffentlich mein bey jüngster Post abgelaßenes 2 nebst dem Memorial und beygehenden Schreiben an Herrn von Fuchß 3 wol angelanget seyn. Nun sehe ich gern, wenn noch nichts in der Sache geschehen ist. Denn Gott hat endlich hier einen Durchbruch gegeben, daß man Herrn Br[eithaupt] der Commission zugeordnet 4 , (wiewol nicht als Concommissarium, an welchem bloßen Namen mir auch nichts gelegen ist 5 ) und auch in meinen übrigen petitis wilfahret 6 . Worauff 30. Octob. die Visitation würcklich angefangen
' Francke selbst datiert den Brief auf den 21.10.1696 (s. Z. 24). Dabei muß es sich um einen Irrtum handeln, weil Francke im Brief bereits von der am 30.10. begonnenen Visitation (s. Z. 8f) berichtet. Zudem bestätigt Spener in seinem Brief vom 31.10. den Erhalt der Schreiben Franckes an Paul von Fuchs (s. Brief Nr. 95, Anm. 4) über Georg Rudolph von Schweinitz (s. Brief Nr. 30, Anm. 5) am 30.10. (vgl. Brief Nr. 127, Z. 3—9), die Francke nach den Angaben des vorliegenden Briefes mit der letzten Post — demnach am 28.10.1696 — in Halle abgeschickt hatte. Am 3.11. erwähnt Spener, daß er am 2.11. das mit dem vorliegenden Brief gesandte erneuerte Schreiben Franckes an von Fuchs (s. Z. 14—16) übergeben habe (vgl. Brief Nr. 128, Z. 3—7). Da der 31.10. ein üblicher Posttag (Samstag) war und „21." statt „31." als Schreibfehler erklärbar ist, datiert dieser Brief wohl vom 31.10.1696.
2 Ein demnach wohl vom 27.10.1696 datierender Brief Franckes an Spener ist nicht überliefert.
3 Das Schreiben Franckes mit dem Memorial an Paul von Fuchs (s. Anm. 1) ist nicht überliefert.
4 Vgl. Joachim Justus Breithaupt (s. Brief Nr. 7, Anm. 36) an Spener, 7.11.1696 (AFSt/H D 66: 333f).
5 Vgl. den entsprechenden Vorschlag Speners in seinem Brief vom 10.10.1696 (Brief Nr. 125, Z. 28-32 und Anm. 9).
6 Gemeint ist vermutlich die ebenfalls von Spener angeregte Instruktion über den Ablauf der Visitation, der Francke seine Monita hinzufügte (LHA Magdeburg/Wernigerode Rep. A 12 a I Nr. 1998, Bl. 3 r -4 v [Instruktion] undBl. 4 V -5 V [Monita Franckes]; vgl. Brief Nr. 125, Z. 32-34). Festgelegt ist darin, an welchen Tagen welche Personen befragt werden sollten (außer Francke und Freylinghausen [s. Anm. 7] die Glauchaer Richter und Schoppen, der Schulrektor, der Kantor, der Küster, die Kirchenvorsteher sowie sieben namentlich genannte Glauchaer Bürger). Francke stellte