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Nr. 126 A.H. Frauke an Ph.J. Später [31.] 10. 1696
worden, da wir auch die puneta so uns vorgeleget worden, beantwortet, und in unsere desideria guten theils angebracht 7 verhoffentlich zu einer nicht geringen Verbesserung in re ecclesiastica. Wird uns dann auch nur vom Consistorio deferiret, so erhalten wir in äußerlicher guten Veranstaltung und Ordnung so viel, als sonst in 5 Jahren nicht erhalten wäre. Bitte also wo möglich das Memorial 8 nur zurückzunehmen. Wäre es aber zu spät, so mag es seyn, und 15 wil ich alle Unkosten gern ersetzen. 9 An den Herrn von Fuchß kommet dieser veränderten umstände 10 wegen ein Schreiben hiebey 11 , so ihm ohnschwer insinuiren zu laßen bitte, Herrn von Schweinitz 12 aber wissen zu lassen, wie es mit der Sache stehe, und daß ich dessen Schreiben wol erhalten 13 , und nechstens zu antworten hoffe 14 , wenn nicht die Visitation in allem Hinderniß 20 giebet. Indessen bitte die Hände zu dem Herrn zu erheben 15 , biß er auch hierinnen das völlige Zeugniß seiner wunderbaren Güte dargeleget, dessen Hand empfhelend verharre M [eines] Theufresten] Vaters Gebetschuldigster A[ugust] H[ermann] Francke. Mppria.
Glauche an Halle den 31. Oct[obr]is 1696.
25 Monsieur Monsieur le Conseiller et Docteur Spener ä Berlin.
22 Theu[resten]: cj. 24 31: cj aus Verschreibung (21).
in seinen Monita einige Aspekte seiner Sicht auf die Gemeinde und einzelne Gemeindeglieder wie z.B. den Glauchaer Richter Jacob Vogler (s. Brief Nr. 28, Anm. 6) dar.
7 Das Protokoll der Befragung Franckes und Johann Anastasius Freylinghausens (s. Brief Nr. 94, Anm. 5) ist überliefert (LHA Magdeburg/Wernigerode Rep. A 12 a I Nr. 1998, Bl. 6-14 1 ).
8 S. Z. 2f und Anm. 9.
9 Offensichtlich hatte Francke neben der entsprechenden Bitte an das Konsistorium auch über von Fuchs eine Beeinflussung der Visitationsbedingungen zu seinen Gunsten zu erreichen versucht. Ob es dabei nur um die Einsetzung von Konkommissaren ging, ist nicht überliefert. Kosten wären vermutlich mit der Ausstellung eines Reskripts verbunden gewesen. Tatsachlich übergab Spener das Memorial am Morgen desselben Tages (s. Brief Nr. 127, Z. 5—9). Zu einem kurfürstlichen Eingreifen kam es aufgrund des zweiten Schreibens von Francke an von Fuchs (s. Z. 14-16) aber nicht (s. Brief Nr. 128, Z. 3-7).
Gemeint sind die für Francke inzwischen bereits auf regulärem Weg erreichten günstigeren Visitationsbedingungen (s. Z. 4-8 und Anm. 6).
11 Nicht überliefert.
12 S. Anm. 1.
13 Vermutlich handelt es sich um ein Schreiben vom 22.10.1696 (SBPrKB, Nachlaß Francke, Kaps. 25: 83f, [Georg Rudolph (?)] von Schweinitz an Francke, Berlin, 22.10.1696).
14 Nicht überliefert.
15 Vgl. Gen 14,22.